Erinnerungen an den Sommer 2019

Inferno in der Nacht: Pyromane zündet Strohballen an - Warnung am Abend 

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Der Feuerwehr blieb nichts anderes übrig, als das Feuer wüten zu lassen und es dabei zu bewachen.

[Update, 20.55 Uhr] Treibt erneut ein gewissenloser Feuerteufel sein Unwesen im Kreis Soest? In der Nacht zu Mittwoch gingen im Erwitter Stadtteil Bad Westernkotten schätzungsweise 2000 Strohballen lichterloh in Flammen auf. Die Feuerwehr war über Stunden im Einsatz. Am Abend gab es nun über die Nina-App eine Warnung der Bevölkerung. 

Erwitte - Ein 21-Jähriger Dortmunder steht aktuell vor dem Dortmunder Landgericht - ihm werden elf Fälle von schwerer Brandstiftung vorgeworfen. Im Sommer 2019 soll er unter anderem mehrere Strohballen- und Feldbrände im Kreis Soest verursacht haben. Während das Verfahren gegen den jungen Mann noch läuft, treibt offenbar wieder ein Pyromane sein Unwesen im Kreis: In der Nacht zu Mittwoch wurde die Feuerwehr Erwitte um 1.41 Uhr zu einem Feld, das südlich zwischen den Erwitter Stadtteilen Bad Westernkotten und Eikeloh liegt, gerufen. 

Ein Autofahrer hatte von der rund 1,5 Kilometer entfernten B1 den taghellen Flammenschein gesehen. Der Berg an Strohballen war so groß, dass der Autofahrer vom Weiten davon ausging, dass eine Scheune lichterloh in Flammen stünde. Als die Feuerwehr wenige Minuten später vor Ort eintraf, war klar: Ein Gebäude brennt hier nicht. Dafür schätzungsweise 2000 Strohballen auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern.

Schätzungsweise 2000 Strohballen verbrannten.

Ein Kampf gegen die Flammen? Sinnlos. Das Feuer hatte bereits auf alle Ballen übergegriffen. Den Einsatzkräften der Löschzüge Bad Westernkotten und Erwitte blieb lediglich die Option, die Strohballen kontrolliert abbrennen zu lassen. Für die Brandwache reduzierten sie ihr Aufgebot: Von ursprünglich rund 40 Feuerwehrleuten, die zum Einsatz geeilt waren, blieben in der Nacht noch sechs mit einem Löschfahrzeug. 

Strohballen brennen in Erwitte: Flammen von der A44 sichtbar

Dadurch sollten nicht nur die Flammen bewacht werden. Die Brandwache wurde auch zur Beruhigung von Autofahrern eingerichtet, die sonst im Minutentakt den Notruf gewählt hätten. Und obwohl das Blaulicht des Löschfahrzeugs durch die Nacht hinweg neben dem Flammenhaufen flackerte, verständigten weitere aufmerksame Autofahrer - beispielsweise einer, der den Flammenschein von der 2,5 Kilometer entfernten A44 entdeckt hatte - den Notruf. Sicher ist sicher.

Die Flammen waren bereits aus großer Entfernung sichtbar. Das sorgte dafür, dass viele Anrufer den Notruf wählten.

In abwechselnden Schichten wollte die Feuerwehr den Brand so lange bewachen, bis die Flammen den Großteil ihrer Stroh-Nahrung verschlungen haben. Dann sollte ein Löschangriff größere Erfolgsaussichten mit sich bringen. Ersten Schätzungen der Nacht zufolge sollte der Einsatz bis mindestens Mittwochabend andauern.

Warnung der Bevölkerung noch am Mittwochabend

Eine auf den ersten Blick späte Warnung ging über die Warn-App Nina raus - am Mittwochabend um 19.54 Uhr. Hintergrund ist, dass Anwohner vorsichtshalber in der Nacht trotz der recht milden Temperaturen ihre Fenster geschlossen halten sollen. Auch Klima- und Lüftungsanlagen seien auszuschalten. In der Warnung heißt es, dass es weiterhin eine Rauchbelastung gebe.

Wie groß der wirtschaftliche Schaden ist, ist noch unklar.

Die Brandursache scheint währenddessen klar: Brandstiftung. In diese Richtung ermittelt nun die Polizei. Wer also in der Nacht ungewöhnliche Beobachtungen gemacht hat, soll sich bei der Polizei unter der Telefonnummer 02941-91000 melden. Zeugen waren es auch, die damals dem Brandstifter aus dem Sommer 2019 das Handwerk legten: Sie hatten mehrfach dasselbe Auto oder dasselbe Mofa an den Tatorten gesichtet und die Kennzeichen notiert.

Strohballen brennen in Erwitte: Die Fotos

Inferno in der Nacht: Strohballen brennen in Erwitte - Feuerwehr stundenlang im Einsatz

Quelle: wa.de

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