Mitarbeiter im öffentlichen Dienst streiken

Verdi-Streik geht heute weiter – mehrere NRW-Städte lahmgelegt

Ein Transparent der Gewerkschaft Verdi, das besagt, dass in dem Betrieb gestreikt wird.
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Verdi gab nun bekannt, dass sie am Montag und am Dienstag streiken werden.

Verdi verlängert den Streik im ÖPNV noch um einen weiteren Tag. Hier fallen Busse und Bahnen in NRW heute (20. Oktober) aus. 

Update, Montag (19. Oktober), 16.40 Uhr: NRW - Bisher haben sich in NRW bereits über 50.000 Menschen an den Warnstreiks von Verdi beteiligt. Allein am Mittwoch (14. Oktober) legten erneut rund 14.000 Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Und nicht nur heute, auch am Dienstag (20. Oktober) hat die Gewerkschaft dazu aufgerufen, ihre Arbeit erneut niederzulegen.

DienstleistungsgewerkschaftVerdi
Mitglieder1.955.080 (2019)
Rechtsformnicht eingetragener Verein
Gründung20. März 2001, Berlin
ZentraleBerlin

Verdi-Streik in NRW geht am Dienstag weiter: Mitarbeiter im öffentlichen Dienst streiken

Mit einem weiteren Streik-Tag sollen die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst „auf die Provokation der Arbeitgeber reagieren“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. In Dortmund, Essen und Köln sind überregionale Streikversammlungen aus allen betroffenen Bereichen des öffentlichen Dienstes geplant:

  • Stadtverwaltungen mit Kitas
  • Krankenhäuser/Kliniken
  • Stadtwerke
  • Sparkassen
  • Jobcenter/Arbeitsagenturen
  • Rentenversicherungen
  • Landesämter

Ganz wichtig: Auch der Nahverkehr in NRW wird am Dienstag wieder bestreikt.

Angebot der Arbeitgeber laut Verdi eine „Klatsche für die Beschäftigten“

Die Verärgerung aufseiten der Gewerkschaft Verdi ist groß. Insbesondere für die Pflegeberufe sei das Angebot der Arbeitgeber meilenweit von Anerkennung entfernt. Und damit von dem, was Politik und Öffentlichkeit noch zu Beginn der Pandemie forderten: „Wir haben bereits befürchtet, dass auf das Klatschen nichts folgen wird. Dieses Angebot ist aber eine Klatsche für die Beschäftigten“, Gabriele Schmidt, Landesbezirksleiterin Verdi NRW.

Die dritte Runde der Verhandlungen ist für den 22./23. Oktober 2020 erneut in Potsdam angesetzt.

Update, Freitag (16. Oktober), 20.28 Uhr: Wie die Gewerkschaft Verdi in einer Pressemitteilung bekannt gibt, wird der Streik im Nahverkehr weiter ausgedehnt. „Landesweit werden Beschäftigte am kommenden Dienstag (20. Oktober) zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Für Dortmund, Essen und Köln sind Streikversammlungen unter Einhaltung der Corona-Richtlinien und in enger Absprachen mit den Behörden geplant“, heißt es.

Warnstreik: Verdi wird an zwei Tagen streiken - Nahverkehr in Dortmund fährt nicht

Anders als am Montag, wird am zweiten Streiktag der Nahverkehr in Dortmund betroffen sein, wie DSW21 erklärt: „Für die Nutzerinnen und Nutzer des ÖPNV in Dortmund bedeutet das, dass sämtliche Stadtbahn- und Buslinien am Dienstag nicht fahren werden. Dies gilt vom Betriebsbeginn (ca. 3.30 Uhr) bis Betriebsende (ca. 1.30 Uhr).“ Das würde auch die Linien des Nachtexpress miteinbeziehen, jedoch nicht die H-Bahn an der Universität und die S-Bahn. Auch die Kundenzentren werden geschlossen bleiben.

Erstmeldung, Freitag (16. Oktober), 16.10 Uhr: Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi in NRW und dem kommunalen Arbeitgeberverband (KAVNW) ist weiter ins Stocken geraten. Die Folge: Am kommenden Montag ruft Verdi die Beschäftigten in den Nahverkehrsbetrieben erneut ganztätig zum Warnstreik auf - Busse und Bahnen fallen damit aus, berichtet RUHR24.de.*

Erneuter Verdi-Streik in NRW: Bislang keine Annäherung zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern

„Die Kolleginnen und Kollegen fahren an 365 Tage im Jahr Menschen an ihr Ziel, doch die Arbeit wird immer mehr zur Belastung“, so Peter Büddicker, Landesfachbereichsleiter Verkehr in NRW. Mehr Arbeit und das steigende Verkehrsaufkommen würden zu konstant hohen Krankenzahlen führen, weshalb nun der Arbeitgeber gefragt sei, heißt es vonseiten der Gewerkschaft Verdi.

Doch auch in der zweiten Verhandlungsrunde, am 9. Oktober in Bochum, war es zu keiner ausreichenden Annäherung gekommen. Die Gewerkschaft erwartet auch am Montag wieder flächendeckende Auswirkungen im Fahrdienst. Erst am Donnerstag (15. Oktober) hieß es wegen des Verdi-Streiks im ÖPNV, dass Fahrgäste in vielen NRW-Städten* auf sämtliche Stadtbahn und Buslinien verzichten mussten.

Erneuter Verdi-Streik in NRW: In einigen Städten fahren Busse und Bahnen weiter

„Wir verstehen den Unmut der Bürgerinnen und Bürger, zeitgleich müssen wir jetzt etwas tun, damit Menschen auch in Zukunft mit dem ÖPNV an ihr Ziel kommen“, so Büddicker weiter. Für die Fahrgäste in Städten wie Dortmund und Bochum gibt es jedoch gute Nachrichten: Zur Entlastung der Bürger ruft Verdi in einigen Teilen gezielt nur Beschäftigte im Servicebereich in den Streik, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Gewerkschaft in NRW.

Demnach würden bei DSW21, BOGESTRA, moBiel in Bielefeld und bei den Stadtwerken Solingen nur Bereiche wie Kundenzentren bestreikt. Hier rechne man deshalb nicht mit Auswirkungen auf den Nahverkehr. Außerdem würden sich auch Beschäftige des privaten Omnibusgewerbes in NRW (NWO) an den Streiks beteiligen. (Mehr aktuelle Nachrichten aus NRW* auf RUHR24.de).

Erneuter Verdi-Streik in NRW: Das sind die Forderungen der Gewerkschaft

  • Eine maximale Dienstlänge im Fahrdienst von zehn statt bisher zwölf Stunden und eine Bezahlung von mindestens acht Stunden.
  • Die Erhöhung der Ruhezeiten nach Schichtende von zehn auf elf Stunden.
  • Den Ausschluss sogenannter „geteilter Dienste“.
  • Eine Zulage ab dem ersten Tag einer vorübergehenden Vertretung (bisher nach einem Monat).
  • Verbesserungen bei Zeitzuschlägen.

Video: Wieder Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr

Die Beschäftigten im Nahverkehr in NRW sind auch von der parallel laufenden Entgeltrunde im öffentlichen Dienst betroffen. Die Entgelte waren in der Vergangenheit an die Entwicklung im öffentlichen Dienst gekoppelt. Gefordert ist hier eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr pro Monat bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. 

Die Gewerkschaft fordert in diesem Zusammenhang, die entsprechende Regelung zur Übertragung der Tarifergebnisse fortzusetzen. Die Verhandlungen werden am 6. und 7. November weitergeführt. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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