Raffinerieunfall Köln

Defekt in Shell-Raffinerie - Stechender Geruch in Köln

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[Update, 17 Uhr] KÖLN - Nach einer Panne in der Rheinland Raffinerie in Wesseling hat es am Dienstag in Köln nach faulen Eier gerochen. Bei Wartungsarbeiten an einer Entschwefelungsanlage sei Schwefelwasserstoff ausgetreten, teilte Betreiber Shell mit.  Der Wind habe dann dafür gesorgt, dass es in weiten Teilen des Kölner Stadtgebiets zur Geruchsbelästigung gekommen sei.

Bei der Leitstelle der Feuerwehr hatten am Vormittag zahlreiche Menschen angerufen und von einem stechenden Geruch in der Luft berichtet. Anrufe habe es aus dem gesamten Stadtgebiet, aber vor allem aus dem Kölner Süden gegeben, teilte die Feuerwehr mit. Die Geruchsbelästigung habe sich aber relativ schnell gelegt, sagte ein Feuerwehrsprecher am Nachmittag. Es sei niemand zu Schaden gekommen.

Die Entschwefelungsanlage war nach Angaben von Shell von 9.45 Uhr bis 10.30 Uhr gestört. Bei Messungen der Feuerwehr und des Unternehmens seien keine weiteren Emissionen festgestellt worden.

In der Raffinerie war es in der Vergangenheit wiederholt zu Unfällen und Betriebsstörungen gekommen. Am 9. Januar war ein Tank mit der giftigen Chemikalie Toluol explodiert. Menschen waren dabei nicht zu Schaden gekommen. Anfang November 2013 waren zwei Arbeiter bei einer Verpuffung schwer verletzt worden. 2012 wurde bekannt, dass in Wesseling über vier Wochen mehr als eine Million Liter Kerosin unbemerkt ins Erdreich ausgelaufen waren. Die Behörden hatte wegen der Häufung von Schadensfällen eine Überprüfung des gesamten Sicherheitsmanagements der Raffinerie veranlasst.

Warum die Entschwefelungsanlage ausgefallen ist, steht nach Angaben von Shell noch nicht fest. Die Ursache werde derzeit ermittelt. In der Anlage wird Schwefelwasserstoff, der bei der Verarbeitung von Rohöl anfällt, im Schwefeldioxid umgewandelt.

In Köln wurden Erinnerungen an die sogenannte Maggikalypse vom Juni vergangenen Jahres wach. Damals roch es in weiten Teilen der Stadt nach Liebstöckel, auch Maggi-Kraut genannt. Verursacher war eine Firma in Neuss, die den Aromastoff Solotonin freigesetzt hatte. Der nach Liebstöckel riechende Stoff war vom Wind ins 30 Kilometer entfernte Köln geweht worden. - dpa

Quelle: wa.de

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