Unrühmlicher Spitzenreiter:

ADAC: NRW ist Stauland Nummer eins

BERLIN/DÜSSELDORF - NRW Spitzenreiter bei den Staus. Daran dürfte sich nach einer Prognose des ADAC auch in den nächsten 20 Jahren nichts ändern. Zwischen Rhein und Weser werde es weiter die bundesweit meisten überlasteten Autobahnen geben. Doch ein Verkehrsexperte aus NRW meldet Zweifel an.

Nordrhein-Westfalen hat laut einer Studie im Auftrag des ADAC die meisten überlasteten Autobahnabschnitte in Deutschland. Und daran wird sich vorerst auch nichts ändern. Jeder dritte Engpass wurde 2010 in NRW registriert. Damit liegt das Land mit Abstand vor Baden-Württemberg (19 Prozent), Bayern (17 Prozent) und Hessen (15 Prozent), wie der Autofahrerclub am Donnerstag in Berlin berichtete.

Insgesamt werden rund 1600 Kilometer des bundesweiten Autobahnnetzes in die Verkehrsqualitätsstufe mangelhaft und schlechter eingeordnet. In einer Prognose für das Jahr 2025 wächst diese Zahl auf 2000 Kilometer an. Nordrhein-Westfalen bleibt Spitzenreiter, wenngleich die Zahl der Engpässe leicht abnehmen wird.

Bei der Untersuchung gingen die Forscher davon aus, dass die im Bau befindlichen sowie geplanten Projekte bis 2025 abgeschlossen sind. Gewisse Entlastungen wird es dann stellenweise auf dem Kölner Ring geben. Erhebliche Staugefahr aber besteht weiterhin auf der A3 zwischen Köln und Düsseldorf, auf den Autobahnen am dicht besiedelten Niederrhein, im Ruhrgebiet sowie im Raum Köln-Bonn insbesondere auf der A59.

Der ADAC spricht in der Analyse der Studie von einer verfehlten Verkehrsinfrastrukturpolitik und fordert Investitionen in den Fernstraßenausbau. Pro Jahr seien mindestens sieben Milliarden Euro notwendig, um den Bau und Erhalt der Fernstraßen zu gewährleisten. Im Haushalt 2013 seien nicht einmal fünf Milliarden Euro für die Autobahnen eingeplant.

Ganz anders sieht der Verkehrs- und Stauexperte Prof. Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg/Essen die Entwicklung. Er erwartet in Zukunft ein spürbares Nachlassen des Verkehrs auf den Autobahnen. Die Untersuchung berücksichtige weder die steigenden Benzin- und Dieselpreise noch die demografische Entwicklung im Land, sagte Schreckenberg der Nachrichtenagentur dpa.

Der Forscher erwartet eine stark preisgetriebene Verkehrsentwicklung. Die Benzinpreise gingen nicht mehr herunter, die Pkw-Maut auf Autobahnen werde kommen. "Das Autofahren wird immer teurer und teurer werden", sagte er. Damit werde sich der Verkehr ganz anders entwicklen, als in der Studie angegeben. - lnw

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare