Spannende Fakten und Personalien zur Bundestagswahl

13,1 Millionen Nordrhein-Westfalen dürfen in 16.000 Lokalen wählen

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[Update 11.41 Uhr] Düsseldorf - Mindestens 598 Abgeordnete (aktuell 630) werden am Sonntag, 24. September, von rund 61,5 Millionen Menschen in den 19. Deutschen Bundestag gewählt. Rund drei Millionen bilden die Gruppe der Erstwähler. Nachfolgend haben wir spannende Fakten und Personalien zur Bundestagswahl im Bezug auf NRW zusammengestellt:

Fakten kompakt zu prominenten Köpfen

  • Mit Martin Schulz (SPD), Christian Lindner (FDP) und Sahra Wagenknecht (Linke) sind gleich drei Bundes-Spitzenkandidaten ihrer Parteien in NRW zuhause bzw. haben hier ihre politische Wahlheimat.
  • SPD-Kanzlerkandidat und Parteichef Martin Schulz (61) aus Würselen steht auf Position eins der Landesliste. Er tritt aber nicht als Direktkandidat in einem Wahlkreis an. Unsere Redaktion hat ihn im Willy-Brandt-Haus in Berlin zum Interview getroffen, das Sie hier finden.
  • FDP-Chef Christian Lindner - geboren in Wuppertal - steht ebenfalls auf Platz eins der Landesliste, tritt aber außerdem im Wahlkreis 100 Rheinisch-Bergischer Kreis an. Wir haben ihn getroffen - hier geht es zum Interview!
  • Sahra Wagenknecht - seit Oktober 2015 zusammen mit Dietmar Bartsch Vorsitzende der Linken-Fraktion im Bundestag - tritt im Wahlkreis 107 Düsseldorf II als Direktkandidatin an. Auch die gebürtige Jenaerin steht an Position eins der Landesliste. Und auch mit ihr haben wir ein Interview geführt - klicken Sie hier!
  • Erster CDU-Mann auf der Liste in NRW ist Hermann Gröhe, Bundesminister für Gesundheit im Kabinett von Angela Merkel. Der Politiker will den Wahlkreis 108 Neuss I direkt holen.
  • Auch die SPD ist mit einem aktuellen Kabinettsmitglied in NRW dabei: Barbara Hendricks ist die amtierende Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Sie steht auf Nummer zwei der Landesliste hinter Martin Schulz und tritt im Wahlkreis 112 Kleve als Direktkandidatin der Sozialdemokraten an.
  • Bundestags-Vizepräsidentin Ulla Schmidt - von 2001 bis 2009 auch Bundesgesundheitsministerin - hofft im Wahlkreis 87 Aachen I auf ein Direktmandat. Sie ist ansonsten über Platz zehn der Landesliste abgesichert.
  • Mit einem TV-"Promi" wartet schon zum zweiten Mal "Die Partie" auf: Ihr Spitzenkandidat auf der Landesliste ist der bekannte Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke, der auch Vorsitzender des Landesverbandes NRW ist. Der 47-Jährige ist schon bei einigen Wahlen angetreten: bei den NRW-Landtagswahlen 2010, 2012 und 2017, bei der Bundestagswahl 2013 und bei der Kölner Oberbürgermeisterwahl 2015. Hier kam er immerhin auf 7,22 Prozent der gültigen Stimmen auf den dritten Platz hinter Henriette Reker und SPD-Kandidat Jochen Ott. Benecke kandidiert im Wahlkreis 101 Leverkusen-Köln IV.

Fakten kompakt zum Urnengang in NRW

  • Rund 13,1 Millionen Wahlberechtigte - davon 6,8 Millionen Frauen - können in NRW an der Bundestagswahl am 24. September teilnehmen. 
  • Für rund 672.000 junge NRW-ler ist es die erste Bundestagswahl. 
  • Am Wahltag werden etwa 110.000 Wahlhelfer im Einsatz sein. 
  • Sie sorgen in rund 16.000 Wahllokalen für einen reibungslosen Ablauf der Wahl und der anschließenden Stimmenauszählung. 
  • Die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2013 lag in Nordrhein-Westfalen bei 72,5 % (Bund: 71,5%).

Fakten kompakt zu Wahlkreisen und Landeslisten

  • NRW ist in 64 Wahlkreise aufgeteilt - das sind bundesweit mit Abstand die meisten. Sie tragen durchlaufend die Nummern 87 (Aachen I) bis 150 (Märkischer Kreis II). Insgesamt gibt es in Deutschland 299 Wahlkreise. 46 liegen beispielsweise in Bayern, 38 in Baden-Württemberg, 30 in Niedersachsen oder 22 in Hessen.
  • Für die Bundestagswahl am 24. September sind bundesweit 34 Wahlkreise neu abgegrenzt worden, wobei es in NRW keine Veränderungen gegenüber 2013 gegeben hat. Die gibt es immer nur dann, wenn die Bevölkerungszahl eines Wahlkreises zu einem bestimmten Stichtag vor der Wahl um mehr als 25 Prozent nach oben oder unten vom bundesweiten Durchschnitt abweicht.

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  • Insgesamt hoffen 565 Männer und 207 Frauen aus NRW auf ein Mandat für den 19. Bundestag - insgesamt also 772 Kandidatinnen und Kandidaten. Das sind genauso viele wie 2013 (596 Männer und 176 Frauen).
  • Die Frauenquote ist deutlich gestiegen ist: In diesem Jahr sind 26,8 Prozent der Bewerber weiblich und 73,2 Prozent männlich. 2013 waren es mit 22,8 Prozent exakt 4,0 Prozent weniger (77,2 Prozent Männer).
  • In den 64 NRW-Wahlkreisen kandidieren insgesamt 486 Personen (366 Männer und 120 Frauen) - durchschnittlich also in jedem Wahlkreis 7,6 Personen.

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  • Die größte "Qual der Wahl" haben die Wählerinnen und Wähler im Wahlkreis 129 Münster: Hier stellen sich 13 Kandidatinnen und Kandidaten dem Votum. Elf davon treten für ihre jeweilige Partei an, zwei sind Einzelbewerber. Jeweils zehn Kandidaten gibt es in den Wahlkreisen 96 Bonn und 144 Unna I. Nur deren fünf sind es hingegen im Wahlkreis 127 Coesfeld-Steinfurt II.
  • In 27 Wahlkreisen treten acht Kandidaten an, in 16 weiteren Wahlkreisen sind es deren sieben. In zehn Wahlkreisen hoffen je sechs Bewerber auf viele Stimmen, in sieben Wahlkreisen gilt das für jeweils neun Kandidaten.
  • Auf den Landeslisten der vom Landeswahlausschuss 23 zugelassenen Parteien stehen insgesamt 572 Kandidatinnen und Kandidaten (398 Männer und 174 Frauen).
  • Von den 772 Kandidaten treten 286 sowohl in einem der 64 Wahlkreise als auch über die jeweilige Landesliste ihrer Partei an.

Fakten kompakt zu Parteien und politischen Vereinigungen

  • Der Landeswahlausschuss hat in seiner Sitzung am 28. Juli 2017 für die Bundestagswahl am 24. September 2017 in NRW CD23 Landeslisten zugelassen. Hier können Sie sich einen Musterstimmzettel aus Düsseldorf ansehen, wo unter Zweitstimme alle 23 zugelassenen Parteien aufgeführt sind.
  • 27 Parteien und politische Vereinigungen hatten eine Landesliste eingereicht, vier wurden laut Landeswahlleiter Wolfgang Schellen abgelehnt, weil formelle Voraussetzungen nicht erfüllt waren: Bündnis C - Christen für Deutschland, Die Einheit, Hier und jetzt - Die Zukunft und Plattdüütsch Sassenland.
  • Die CDU stellt mit 92 Kandidatinnen und Kandidaten (2013: 73) die meisten - gefolgt von der SPD (87), der Linken (74), den Grünen (66), der FDP (64) und der AfD (63). Von diesen sechs Parteien sind allerdings nur CDU, SPD, Grüne, Linke und FDP in jedem Wahlkreis mit einem eigenen Bewerber vertreten. Die AfD stellt Bewerber in 58 der 64 Wahlkreise.
  • Die wenigsten Kandidaten stellen "Die Violetten - für spirituelle Politik" mit gerade einmal deren zwei - und zwar zwei Kandidatinnen: Elisabeth Walther im Wahlkreis 118 Mülheim-Essen I und Karin Schäfer im Wahlkreis 117 Oberhausen-Wesel III. Der Versuch der Violetten, in NRW eine Landesliste zu stellen, scheiterte nach Angaben der Kleinpartei an 150 fehlenden Unterstützungsunterschriften. Bundesweit gibt es nur noch drei weitere Direktkandidaten der Violetten: in Regensburg, Offenbach und Ansbach. Bei der Bundestagswahl 2013 trat die Partei nur in Bayern an, kam auf 2516 Erst- (0,0 %) und 8.211 Zweitstimmen (0,0 %).
  • Einstellige Kandidatenzahlen in NRW weisen auch die Sozialistische Gleichheitspartei (SGP/3), die NPD (5), die Tierschutzpartei (7) und die Partei für Gesundheitsforschung (8) vor.

Fakten kompakt zu Kandidatinnen und Kandidaten

  • 16 Männer und eine Frau treten als Einzelbewerber bei der Bundestagswahl 2017 an - das sind fünf mehr als 2013 (12 Männer). Einzige Frau ist Studentin Quo-Chir Luong aus Duisburg (29), die parteilos ist, im Wahlkreis 96 Bonn aber auf Platz 25 der Landesliste für die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) kandidiert.
  • Die Mitarbeiter werden für die Statistik des Landes in zehn Altersklassen eingeteilt - beginnend bei der Kategorie 18 bis 20 Jahre. Es folgen die Kategorien 20-25, 25-30, 30-35, 35-40, 40-45, 45-50, 50-60, 60-70 sowie 70 Jahre und mehr. In allen zehn Altersklassen stellen gerade einmal vier Parteiei Kandidaten: die Grünen, die Linke, die Piraten und die MLPD.
  • 381 der 772 Kandidatinnen und Kandidaten sind zwischen 50 und 70 Jahren alt - das sind exakt 49,3 Prozent und damit fast die Hälfte aller Bewerber für ein Mandat in Berlin. 247 gehören zur Kategorie der 50- bis 60-Jährigen, weitere 134 zu den 60- bis 70-Jährigen.
  • Nur 202 Frauen und Männer, die am 24. September gewählt werden möchten, sind höchstens 40 Jahre alt. Das ist gerade einmal ein knappes Viertel. 570 Kandidaten sind hingegen schon 40 Jahre alt und älter - das entspricht 74 Prozent.
  • Die jüngsten Kandidaten bei CDU, SPD und AfD sind zwischen 25 und 30 Jahre alt, während beispielsweise Grüne (Patrick Voss aus Dinslaken im Wahlkreis 117 Oberhausen-Wesel III) und Linke (Diyar Agu aus Gummersbach im Wahlkreis 99 Oberbergischer Kreis) oder die Piraten (Kai Torsten Boxberg aus Wegberg im Wahlkreis 89 Heinsberg) auch schon 18- bis 20-jährige Schüler ins Rennen schicken. Insgesamt vier männliche Kandidaten und zwei weibliche sind zwischen 18 und 20 Jahren alt.
  • Bei der SPD und der FDP gibt es jeweils keinen einzigen Kandidaten, der bereits mindestens das 70. Lebensjahr vollendet hätte. Bei der CDU gehören indes drei Kandidaten der ältesten Gruppe an, bei der Linken sind es deren vier. Insgesamt gehören 23 Kandidaten zu dieser Kategorie.

Quelle: wa.de

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