NRW startet neues Schul-Zeitalter

DÜSSELDORF ▪ Für die einen ist es das Ende der Hauptschulen, für die anderen angesichts des rasanten demographischen Wandels der einzige Weg, dauerhaft eine weiterführende Schule vor Ort zu halten.

Von Detlef Burrichter

Lesen Siezu unseren Hintergrund:

Sekundarschule: Ein Schultyp in drei Varianten

Der neue Schultyp names Sekundarschule wird nach den Sommerferien gleich mit 42 Einheiten, quer verteilt über das ganze Land Nordrhein-Westfalen, an den Start gehen. Aber auch die Gesamtschulen bekommen neuen Auftrieb, weil Rot-Grün und CDU im Schulkonsens im vergangenen Jahr die Gründungsmodalitäten erleichtert hatten. Unterm Strich macht das 61 Schulen, die für längeres gemeinsames Lernen stehen. Nimmt man die 225 bestehenden Gesamtschulen und die vor einem Jahr gegründeten 12 Gemeinschaftsschulen hinzu, sind es schon etwa 300 Schulen in NRW, die schulformübergreifenden Unterricht anbieten.

Und es sollen noch viel mehr werden: Der große Wunsch nach längerem gemeinsamen Lernen sei „keine Eintagsfliege“, sagte gestern NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Viele Kommunen hätten schon signalisiert, dass sie im kommenden Jahr Sekundarschulen gründen wollen. „Er ist da, der große Bedarf an Schulen mit längerem gemeinsamen Lernen“, so Löhrmann. Bis zum Ende der Wahlperiode rechnet die Ministerin mit weiteren 200 Sekundschulen.

In die neuen Sekundarschulen gehen in der Tat zahlreiche Hauptschulen auf, an vielen Standorten zwei, an manchen sogar drei, sagte die Ministerin. Einen Überblick über die genaue Anzahl der auslaufenden Hauptschulen habe sie derzeit noch nicht. Im Schuljahr 2010/11 gab es landesweit noch 640 Hauptschulen.

Auf die Lehrer, die sich an die neuen Sekundarschulen bewerben, wartet in den kommenden Monaten viel Arbeit. Zwischen den Oster- und Sommerferien müssen sie parallel zu ihren Unterrichtsverpflichtungen an den alten Schulen an speziellen Fortbildungen teilnehmen, die sie auf die Besonderheiten der neuen Schulform vorbereiten. Die Ministerin schließt nicht aus, dass es deshalb vereinzelt auch zu Unterrichtsausfällen kommen kann.

Attraktiv ist die Bewerbung dennoch gerade für Lehrer von Hauptschulen. Wer den Abschluss für die Sekundarstufe I hat, kann um eine Gehaltstarifstufe (von A 12 nach A 13) aufsteigen. Das gelte aber nicht für Lehrer mit der alten Ausbildung für Volks- und Hauptschule, sagte die Ministerin. Das lasse das komplizierte Beamtenrecht nicht zu.

Die Schulministerin sagte eine umfassende Lehrerfortbildung für die Sekundarschulen zu. In der Gründungs- und Aufbauphase werde es für jede Sekundarschule „maßgeschneiderte Fortbildungspakete“ geben. Es werde sichergestellt, dass sich die Schulen „fundiert auf den Unterrichtsbeginn im August vorbereiten können“.

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare