Sechs Wochen früh aufstehen

Sommerferien ade: NRW startet in kurzes Schuljahr

DÜSSELDORF - Früh aufstehen nach sechs Wochen Faulenzen - "krass" werden das die meisten Schüler finden. Doch es gibt Trost: Das neue Schuljahr ist in NRW ziemlich kurz.

 Nach gut sechs Wochen Sommerferien beginnt für die meisten der 2,6 Millionen Schüler in Nordrhein-Westfalen an diesem Mittwoch wieder der Unterricht. Lediglich die 151.000 i-Dötzchen können noch einen Tag länger ausschlafen, bevor sie am Donnerstag, versüßt mit bunten Schultüten, den "Ernst des Lebens" kennenlernen.

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Einen Trost gibt es aber schon: Das neue Schuljahr wird mit exakt 36 Unterrichtswochen und vier Tagen deutlich kürzer als das alte. Im abgelaufenen Schuljahr musste der Nachwuchs 40 Unterrichtswochen und fünf Tage die Schulbank drücken. Selbst im Vergleich zum kurzen Schuljahr 2011/12 "sparen" die Kinder sich jetzt einen Unterrichtstag. Im Verlauf mehrerer Jahre gleichen sich solche Schwankungen aber wieder aus.

Der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) weiß, was 200.000 Lehrer jetzt erwartet: "Viele Kinder tun sich nach so viel Freizeit schwer mit dem täglichen Gang in die Schule." Der nötige Anschub müsse von den Eltern kommen, unterstrich der VBE-Landesvorsitzende Udo Beckmann in einer Mitteilung.

Der Königsweg: Kleine Etappenziele setzen, unterstützen und motivieren. "Aber Eltern sollten nicht die Hausarbeiten ihrer Kinder korrigieren oder sie gar selbst machen." Weitere Fehler aus Pädagogen-Sicht: "Lernen und dabei Fernsehen gucken passt nicht zusammen. Ablenkungen stören den Lernprozess." Besser seien Lernpausen.

Große Schulreformen stehen in diesem Jahr nicht an. Stattdessen zwei kleinere Entwicklungen: In Minden beginnt ein Versuch zum gemeinsamen Lernen von Klasse 1 bis 10. Außerdem wird islamischer Religionsunterricht nun auch an weiterführenden Schulen angeboten. Im vergangenen Jahr war NRW mit dem bekenntnisorientierten Unterricht bundesweiter Vorreiter - zunächst allerdings nur an Grundschulen.

Trotz sinkender Schülerzahlen ist auch noch nicht mit spürbar kleineren Klassen zu rechnen. Derzeit besuchen, je nach Schulform, etwa 22 bis 28 Schüler eine Klasse. In begründeten Ausnahmefällen sind aber auch über 30 erlaubt.

Während immer weniger Kinder an Hauptschulen angemeldet werden, nehmen die Angebote, die Bildungswege länger offenhalten, rasant zu. Inzwischen gibt es in NRW rund 380 Gemeinschafts-, Gesamt- und Sekundarschulen.

Bei der Eröffnung einer neuen Sekundarschule in Telgte wird NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) an diesem Mittwoch dabei sein. Auch eine Realschule in Gladbeck und eine neue Gesamtschule in Bergisch-Gladbach erhalten Besuch von der "Chefin".

Trotz Kürzung der Mittel für den Vertretungsunterricht rechnet Löhrmann, anders als die CDU-Opposition, nicht mit mehr Unterrichtsengpässen - zumal fast alle 154.000 Lehrerstellen besetzt seien. Große Teile des Millionen-Budgets für Vertretung sind ihren Angaben zufolge noch nicht ausgegeben.

Wie es weitergeht mit dem gemeinsamen Unterricht mit Behinderten, wird ein Schulrechtsänderungsgesetz regeln, das der Landtag noch in diesem Monat verabschieden soll. Die rot-grüne Landesregierung will für behinderte Kinder schrittweise ab dem Schuljahr 2014/15 einen Rechtsanspruch auf Unterricht in Regelschulen verankern. - lnw

Quelle: wa.de

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