Stadtteile in NRW sollen altengerechter werden

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Symbolfoto

DÜSSELDORF - Die Zahl der alten Menschen wächst. Immer mehr sind pflegebedürftig. Die große Mehrheit will in vertrauter Umgebung bleiben, nicht ins Heim. Dafür muss das Umfeld stimmen. Ein NRW-Masterplan soll helfen.

Um alten und pflegebedürftigen Menschen ein möglichst langes Wohnen im vertrauten, eigenen Umfeld zu ermöglichen, will das Land NRW die Entwicklung altengerechter Quartiere forcieren. Bis 2030 werden 4,7 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen über 65 Jahre alt sein, wie Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) am Donnerstag in Düsseldorf sagte. Auch die Zahl der Pflegebedürftigen werde deutlich steigen - auf dann rund 700 000 Menschen. In den Stadtteilen müsse die nötige Infrastruktur - etwa mit zentralen nachbarschaftlichen Anlaufstellen, Hilfsangeboten oder Ärzten - aufgebaut werden.

Die Ministerin gab den Startschuss für einen "Masterplan altengerechte Quartiere.NRW", der Kommunen Handlungsempfehlungen und Infos zu Fördermöglichkeiten gibt. Ein "Landesbüro altengerechte Quartiere" steht für die Beratung der Städte und Gemeinden parat. Das Land werde bei der Konzeptentwicklung helfen und gute Projekte unterstützen, sagte Steffens. Zusätzliches Geld aus der Landeskasse gebe es aber nicht.

Für die Stadt Troisdorf bei Bonn sagte der Sozialbeigeordnete Stephan Kuhnert, schon das Zusammenbringen und Vernetzen alter Leute im Quartier sei ein wichtiger Schritt. Viele lebten vereinsamt und isoliert.

In Troisdorf wurde ein Café zur zentralen Anlaufstelle eingerichtet, in der gemeinsames Einkaufen oder Lernen organisiert wird oder Alltagsprobleme angegangen werden. Kuhnert sagte, für die Kommunen sei es unter dem Strich auch günstiger, in altengerechte Wohnquartiere zu investieren als für die immer älter werdende Bevölkerung Heimplätze einzurichten.

Steffens zufolge gelingt eine gezielte Entwicklung nur vor Ort nach den dortigen speziellen Bedürfnissen, nicht landeseinheitlich. Eine verbesserte Lebensqualität in seniorengerechten Quartieren bedeute auch Prävention, könne Pflege verzögern - und damit auch die Pflegekassen entlasten.

Jedes Jahr werden in NRW rund 100 000 Menschen neu in die Pflegestufe 1 eingruppiert. Würde sich das um nur einen Monat nach hinten verschieben, ersparte das den Pflegekassen jährlich bis zu 50 Millionen Euro.

Quelle: wa.de

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