SPD-Landesvize trifft sich heimlich mit den Linken

DÜSSELDORF – Hannelore Kraft ist stinksauer auf ihren Parteivize Jochen Ott: Kaum war Kraft am Wochenende mit Traumergebnissen als SPD-Landesvorsitzende bestätigt und zur Herausforderin von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) gewählt worden, da erfuhr sie von einer Steilvorlage für den politischen Gegner, den ausgerechnet ein Spitzenpolitiker aus den eigenen Reihen lieferte. Noch während des Parteitags in Dortmund wurde bekannt, dass sich Ott ein paar Tage zuvor ausgerechnet mit Linkspartei-Landeschefin Katharina Schwabedissen zu einem Pläuschchen bei einer Tasse Kaffee getroffen hatte.

„Das war ein absoluter Alleingang“, distanzierte sich Kraft. Für ein solches Gespräch habe Ott keine Legitimation gehabt.

Otts Treffen mit Schwabedissen lasse jegliche Sensibilität vermissen und sei grenzenlos naiv, schimpfte ein hochrangiger SPD-Funktionär. Damit spiele Ott CDU und FDP in die Hände, die begierig auf Belege warteten, dass die SPD eine rot-rot-grüne Regierung plane. Prompt schlug FDP-Landtagsfraktionschef Gerd Papke genau in diese Kerbe: „Niemand wird der SPD abnehmen, dass ihr stellvertretender Landesvorsitzender zwei Monate vor der Landtagswahl ohne Abstimmung mit der Parteispitze ein Treffen mit der Landeschefin der Linken initiiert.“ In Wahrheit würden SPD und Grüne ein Bündnis mit den „Linksextremisten“ vorbereiten, um in NRW zurück an die Macht zu kommen. Der designierte CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid sieht schon „eine neue Qualität“ in den Kontakten zwischen SPD und der Linken. „Das engste politische Umfeld von Frau Kraft verhandelt mit der Führung der Linkspartei.“

Ott selbst gibt sich arglos: Es sei kein offizielles Treffen gewesen. „Ich halte es für richtig, dass man mit dem politischen Gegner spricht und ihn kennenlernt, wenn man sich eine Meinung bilden will.“ Aus dem Gespräch habe er den Schluss gezogen, „dass die Linke weder regierungswillig noch regierungsfähig sei.“ – dfb

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare