Rückstrahl einer 13 Kilogramm schweren Waffe als Todesursache

Soldat aus Paderborn (22) stirbt bei Übung mit Panzerfaust

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[Update 15.33 Uhr] Wildflecken/Paderborn - Übungen am Schießstand gehören zum Alltag bei der Bundeswehr. Für einen jungen Soldaten endete eine solche Gefechtsübung in Nordbayern tödlich. Er stand hinter einer Panzerfaust als sie abgefeuert wurde.

Ein Soldat aus Paderborn ist bei einer Schießübung mit einer Panzerfaust ums Leben gekommen. "Der Unfall ereignete sich bei einem Gefechtsschießen. Die Soldaten üben dabei mit scharfer Munition", sagte ein Sprecher des Heeres am Mittwoch. 

Der Polizei zufolge stand der 22-Jährige am Dienstagnachmittag auf einem Truppenübungsplatz im unterfränkischen Wildflecken bei der Abgabe des Schusses genau hinter der Panzerfaust und wurde von deren Rückstrahl erfasst.

Durch die Wucht dieses Rückstrahls wurde der Hauptgefreite durch die Luft geschleudert und so schwer verletzt, dass er noch auf dem Truppenübungsplatz (Landkreis Bad Kissingen) starb. Ein sofort hinzugerufener Arzt der Bundeswehr konnte nach Angaben der Polizei nur noch den Tod des Soldaten feststellen, der mit einer Panzerbrigade im ostwestfälischen Augustdorf stationiert war. 

Bei der Waffe handelt es sich um eine Panzerfaust 3. Sie ist im schussbereiten Zustand rund 13 Kilogramm schwer. Zudem hat sie eine Reichweite von 300 bis 400 Metern. Die Geschosse werden mit Pulvergasen auf eine Geschwindigkeit von mehr als 220 Meter pro Sekunde beschleunigt. Hersteller ist die Firma Dynamit Nobel Defence mit Sitz in Burbach im Siegerland. 

Üblicherweise muss der Schütze stets vorwarnen, bevor er schießt. "Das kann ein "Achtung, ich schieße!" oder ein anderes vereinbartes, klares verbales Signal sein. Das ist so vorgesehen", sagte ein Brigadesprecher dazu. Ob der Schütze, ein ebenfalls 22 Jahre alter Soldat, dieses Signal vor dem Abfeuern der Waffe gegeben hat, ist noch unklar. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Schweinfurt ermitteln deshalb die Situation und die zeitlichen Abläufe am Schießstand.

Der Polizei zufolge gibt es keine Hinweis, die auf eine vorsätzliche Straftat hindeuten. Die Angehörigen sowie die Soldaten der dritten Kompanie des Panzergrenadierbataillons, die in Wildflecken geübt hatten, seien in seelsorgerischer und psychologischer Betreuung, sagte Brigadegeneral Heico Hübner. 

Die Soldaten werden am Donnerstag wieder zurück in Augustdorf erwartet. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte am Dienstag nach dem Unfall gesagt: "Dieser Unfall verdeutlicht wieder einmal auf tragische Weise, was wir unseren Soldaten im Einsatz und in der Ausbildung für den Einsatz abverlangen."

Weitere Informationen zur Panzerbrigade in Augustdorf finden Sie hier

Quelle: wa.de

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