Software-Problem: Studentische Mitarbeiter warten auf ihr Geld

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DÜSSELDORF - Auf den Konten einiger tausend Uni-Mitarbeiter in NRW klafft in diesen Monaten ein Loch. Sie warteten im April und Mai vergeblich auf ihr Gehalt. Schuld sind Software-Probleme beim Landesamt.

An den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen haben Tausende studentische und wissenschaftliche Mitarbeiter im April und Mai ihr Gehalt nicht rechtzeitig bekommen. Der Grund: Das zuständige Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV) kämpft mit einer neuen Software. Betroffen sind rund 9500 neue und wieder eingestellte Mitarbeiter, deren Daten noch nicht in das System eingetragen sind.

"Das ist eine ärgerliche Situation", sagte NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) am Donnerstag im Haushaltsausschuss des Düsseldorfer Landtags. Die Opposition warf dem Minister vor, die Problemlage der Studenten zu verharmlosen.

Die Umstellung sei ein "extrem aufwendiger und langwieriger Prozess" gewesen, die neue Software später an den Start gegangen als geplant - ausgerechnet zu Semesterbeginn, sagte Walter-Borjans. Die Mitarbeiter müssten im Umgang mit dem System erst geschult werden. Außerdem hätten auch wegen der Vorbereitung auf den Ansturm des doppelten Abi-Jahrgangs fast doppelt so viele Hilfskräfte neu angefangen wie in früheren Jahren.

Der Finanzminister rief die Universitäten dazu auf, die Situation "unbürokratisch und unkompliziert" zu handhaben. Wer sich beim LBV melde, bekomme sein Geld innerhalb von Tagen. Spätestens Ende Juni sollten alle Mitarbeiter ihr April-Gehalt auf dem Konto haben. Das Geld für Mai soll bis September überwiesen sein. Über die Höhe der ausstehenden Zahlungen machte das Finanzministerium keine Angaben.

Die Software-Probleme des Landesamts würden "auf dem Rücken der schwächsten Mitglieder in der Kette" ausgetragen, sagte der haushaltspolitische Sprecher der Piratenfraktion Dietmar Schulz im Ausschuss. "Von studentischen Hilfskräften zu erwarten, dass sie mehrere Monate auf ihr Geld warten, ist beschämend und zynisch zugleich." Der stellvertretende FDP-Fraktionschef Ralph Witzel sprach von "chaotischen Zuständen", unter denen eine "nicht besonders vermögende Gruppe" leide. Auch die umständliche Kommunikation des LBV in Papierform stand im Landtag unter Beschuss.

Uni-Mitarbeitern, die wegen der Verzögerungen in finanzielle Not geraten, bieten Hochschulverwaltungen und Studierendenvertretungen Hilfe etwa mit zinslosen Darlehen an. - dpa

Quelle: wa.de

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