Soester Verhütungsmuseum eröffnet noch in diesem Jahr

Die weltweit kleinste Verhütungs-Spirale findet ihren Platz im Soester Verhütungsmuseum. Joachim Schneider von der Firma Jenapharm überreicht dem Bauherrn und Museums-Gründer Erwin Göckeler-Leopold ein Exemplar für die Ausstellung: Mit dabei: Mitglieder des Fördervereins, Soests Bürgermeister und Handwerker, die für das Museum den alten Bunker herrichten.

SOEST - Es geht gut voran im alten Kriegsbunker am Lütgengrandweg in Soest. Hier soll bis Jahresende das „Deutsche Verhütungsmuseum“ entstehen.

Am Mittwoch nun überreichte Deutschlands größter Hersteller von hormonellen Verhütungsmodellen ein Exemplar des weltweit kleinsten Systems, das demnächst wie unzählige Vorgängermodelle in einer Ausstellung präsentiert wird.

Die Fenster und Türen in dem Luftschutzbunker mit seinen meterdicken Betonwänden sind bereits eingebaut, derzeit sind die Elektriker am Zug, der Fahrstuhl liegt noch zerlegt auf der Baustelle und wird demnächst montiert, im Sommer rücken die Heizungsbauer an. Der in Soest lebende und in Geseke als Frauenarzt arbeitende Erwin Göckeler-Leopold hat am Mittwoch seine Mitstreitern aus dem Förderverein auf den aktuellen Stand der Umbauarbeiten gebracht. Mit dabei auch Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer, der das Vorhaben als „richtig mutig und innovativ“ bezeichnete und dem Projekt den verdienten Erfolg wünschte.

Denn ein solches Museum wäre einzigartig in Deutschland, sagt Joachim Schneider, der Leiter der Frauengesundheit der Jenapharm, der das Intrauterinsystem für die Ausstellung überreichte. „Nur in Wien gibt es bereits ein solches Museum.“

Göckeler-Leopold will aber nicht nur das Thema Verhütung im Bunker beleuchten; die Schau soll den gesamten Komplex „Die Entstehung des Lebens“ darstellen. „Das soll wachsen“, sagt der 54-jährige Gynäkologe. Zur „Soest Art“ im August soll der erste Raum mit Anschauungsmaterial fertig und der Öffentlichkeit präsentiert werden, bis Jahresende die komplette Ausstellung. In den beiden Bunkeretagen darüber entstehen Schritt für Schritt Schulungs- und Seminarräume für alle Altersgruppen.

Sie werden dann erfahren, wie sich schon die alten Ägypter mit Verhütung beschäftigten und ihren Frauen getränkte Wollfäden einführten, um ungewollte Schwangerschaften zu verhindern. Das Prinzip, Eindringungssperren für den männlichen Samen zu entwickeln, hat sich im Prinzip über die Jahrtausende gehalten. Letztlich basiert auch das am Mittwoch präsentierte Intrauterinsystem auf dieser Grundlage: Ein Miniaturteilchen, das drei Jahre in der Gebärmutter bleibt und Schwangerschaften unterbindet.

Wie zuverlässig wirkt das? „Fast so sicher wie eine Sterilisation, deutlich besser als die Pille“, sagt Gynäkologe Göckeler. Sein Museum, so fügt er sofort hinzu, sei aber keineswegs so konzipiert, um Werbung für Kinderlosigkeit zu machen. Im Gegenteil: Gerade der Teil über die Entstehung menschlichen Lebens soll bei den Besuchern das nötige „Bewusstsein schaffen, nicht erst mit 39 über die erste Schwangerschaft nachzudenken“. - hs

Quelle: wa.de

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