Sicherungsverwahrte klagen gegen das Land NRW

WERL/DÜSSELDORF - Brisante Klage gegen das Land: Knapp 50 Männer, die in Werl in Sicherungsverwahrung einsitzen oder eingesessen haben, fordern Geld – weil ihre Unterbringung nicht den ihnen zustehenden Verhältnissen entspreche oder entsprochen habe.

Hintergrund ist der rechtlich vorgeschriebene Unterschied zwischen normalen Häftlingen und Sicherungsverwahrten, die ihre eigentliche Strafe abgesessen haben, zum Schutz der Öffentlichkeit vor möglichen neuen Taten aber nicht entlassen werden. Diesen Unterschied sehen die Werler Sicherungsverwahrten nicht gewahrt – mit durchschnittlich elf Quadratmetern Platz und nicht getrennten Sanitäranlagen. Dafür fordern sie Schadenersatz: 30 Euro pro Tag, knapp 11 000 Euro also pro Person und Jahr. Gemeinsam vertreten werden sie vom Bielefelder Anwalt Dirk Thenhausen, der die fehlende Unterscheidung der Unterbringung als verfassungswidrig einstuft.

Abhilfe am Standort Werl ist erst mittelfristig in Sicht: Angrenzend an die Justizvollzugsanstalt ist ein eigenes Haus für Sicherungsverwahrte geplant, in dem jeder Insasse 23 Quadratmeter Platz samt Nasszelle haben soll. Für die heutigen Insassen zu spät: Sie wollen früher Geld sehen. - WA

Quelle: wa.de

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