Mehr Druck bei Tarifverhandlungen

Sicherheitspersonal streikt: Flugverkehr hart getroffen

+
Passagiere warten am Donnerstagmorgen am Flughafen Düsseldorf auf die Abfertigung. Aufgrund eines Streiks des Sicherheitspersonals kommt es zu Verzögerungen und Ausfällen im Flugverkehr.

DÜSSELDORF - Gestrandete Passagiere und lange Warteschlangen: Mit Streiks an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn hat die Gewerkschaft Verdi den Flugverkehr am Donnerstag voll getroffen. Verdi will das Sicherheitspersonal aus dem Niedriglohnsektor herausholen.

Ein Streik des Sicherheitspersonals hat am Donnerstag die beiden größten nordrhein-westfälischen Flughäfen massiv getroffen. Am Düsseldorfer Flughafen fielen bis zum Vormittag bereits fast 100 Flüge aus, berichtete ein Airportsprecher. "Die Maschinen, die rausgehen, sind oftmals auch leer."

Am Köln/Bonner Flughafen waren am Vormittag nur 4 von 25 Maschinen gestartet. Der Flugverkehr sei erheblich beeinträchtigt, sagte ein Sprecher. Auch hier starteten leere Maschinen, um wenigstens die Anschlussflüge an anderen Airports zu bewältigen.

Die Arbeitgeberseite hatte sich bereits im Vorfeld des Streiks empört gezeigt: Die Gewerkschaft Verdi habe für die Fluggastkontrolleure eine Tariferhöhung von über 9 Prozent ausgeschlagen und fordere 30 Prozent Lohnaufschlag, so der Bundesverband des Sicherheitsgewerbes.

"Wir werden die Branche, wenn es sein muss auch durch mehrtägige Streiks, aus dem Niedriglohnsektor herausholen", hatte Andrea Becker, Verdi-Fachbereichsleiterin für die Sicherheitsbranche in NRW, angekündigt. Im NRW-Sicherheitsgewerbe arbeiten nach Verdi-Angaben 34 000 Beschäftigte.

Die Streikbeteiligung habe die Erwartung der Gewerkschaft übertroffen, sagte Becker. In Düsseldorf hätten 95 Prozent der Frühdienst-Beschäftigten ihre Arbeit niedergelegt, in Köln 80 Prozent. Wie vergangene Woche in Hamburg will Verdi den Druck für die Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft erhöhen.

Der Flughafenverband ADV nannte die Streiks inakzeptabel, völlig überzogen und für die Passagiere unzumutbar. An beiden Flughäfen liege die Verantwortung für die Luftsicherheitskontrollen bei der Bundespolizei. Diese müsse nun ihrer Verantwortung gerecht werden und eigenes Personal einsetzen, um die privaten Dienstleister zu ersetzen. In der wirtschaftlich angespannten Lage könnten sich die Flughäfen die Umsatzverluste nicht leisten, so ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Nach Gewerkschaftsangaben befinden sich 70 bis 80 Prozent der Beschäftigten im Sicherheitsgewerbe in der untersten Lohngruppe mit einem Stundenlohn von 8,23 Euro. An den Flughäfen liegt der Stundenlohn im Abfertigungsbereich zwar höher. Die Gewerkschaft fordert dort dennoch eine Erhöhung auf 16 Euro brutto. Der Streik hatte um 04.00 Uhr in der Nacht begonnen. Nach ADV-Angaben soll er am Freitag fortgesetzt werden. - lnw

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare