Sexualstraftäter wird rückfällig

STEINFURT/MÜNSTER ▪ Ein aus der Sicherungsverwahrung in Aachen entlassener Sexualstraftäter soll im Kreis Steinfurt rückfällig geworden sein und ein fünfjähriges Nachbarsmädchen mehrfach sexuell belästigt haben. Der 69-Jährige sitzt seit Dienstag in Untersuchungshaft.

Der Mann hatte seit 1995 eine 14-jährige Haft in Bielefeld-Brackwede und Aachen verbüßt – wegen versuchten Mordes und Missbrauchs an einer Sechsjährigen. Der Haft folgte auf Antrag der Staatsanwaltschaft eine vorläufige Sicherungsverwahrung in Aachen; sie wurde Ende Mai durch Beschluss des Bundesgerichtshofes aufgehoben.

Nach der Freilassung wurde der 69-Jährige in das „Kurs“-Programm des Landes aufgenommen (Konzept zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern). Zeitgleich zog er zu einer Lebensgefährtin in den Kreis Steinfurt. Die Fünfjährige, die im selben Haus wohnte, hatte die Lebensgefährtin des Mannes häufig besucht. Als der 69-Jährige zuzog, nutzte er die Besuche des Kindes laut Staatsanwaltschaft schnell und forderte das Mädchen mehrfach zu sexuellen Handlungen auf, verbot ihm aber, darüber zu sprechen. Zu Beginn dieser Woche habe sich die Fünfjährige aber ihrem Vater anvertraut.

Laut Staatsanwaltschaft hatte sich der Mann seit der Freilassung regelmäßig bei der Polizei gemeldet. Da er gesundheitlich stark eingeschränkt ist, habe man das Risiko eines Rückfalls als „sehr gering“ bewertet.

Erst Ende November hatte ein ähnlicher Fall in Duisburg eine heftige Debatte entfacht: Dort hatte ein 47-jähriger Sexualtäter nach zehn Tagen in Freiheit ein zehnjähriges Mädchen angegriffen. Das Kind konnte fliehen. Der 47-Jährige sitzt ebenfalls in U-Haft. ▪ mb/lnw

Quelle: wa.de

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