Kosten steigen um 25 Millionen

Sechsspuriger Ausbau der A1: Autobahn-Pläne sind fast fertig

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Werne - Der sechsspurige Ausbau der A1 zwischen der Anschlussstelle Hamm-Bockum/Werne und dem Kamener Kreuz rückt näher. Der Landesbetrieb Straßen.NRW will mit seinen Planungen noch in diesem Halbjahr ins Planfeststellungsverfahren eintreten.

Unterdessen wurde die Kostenschätzung für das Projekt fortgeschrieben. Demnach steigen die prognostizierten Ausgaben um knapp 25 Millionen auf 189,6 Millionen Euro. 

Die Kostenschätzung wurde laut Projektleiter Roland Krumm von der Regionalniederlassung Münsterland mit Blick auf die andauernden Planungen nötig – und hat diese noch einmal verlängert. Ursprünglich wollte Straßen.NRW vor zwei Jahren in das Verfahren zur Planfeststellung gehen. 

Auch intensive Überlegungen zum Lärmschutz, neue gesetzliche Bestimmungen, die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans und die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit hätten zu Verzögerungen geführt, erläutert Krumm. So sei man gleich in drei der vier vom Ausbau betroffenen Kommunen vorstellig geworden. 

Keine Lärm-Schutzwand in Richtung Werne

Das war Ende April. In Werne ging es damals vor allem um den Lärmschutz östlich und westlich der Hansalinie. Auf der Seite Stockum ist bekanntlich eine bis zu acht Meter hohe Schutzwand geplant, in Richtung Werne jedoch keine. 

Aktiven Lärmschutz gebe es durch das Aufbringen von sogenanntem Flüster-Asphalts aber dennoch, sagt Krumm. Dadurch halbiere sich im Vergleich zum herkömmlichen Asphalt die Wirkung der Verkehrsmenge, betont der Projektleiter. 

Das Verkehrsaufkommen steigt: Prognosen gehen von einem 22-Prozent-Plus bis 2030 aus.

Er gehe davon aus, dass der Autobahnlärm auch für die Anwohner westlich der Schnellstraße geringer wird – trotz deutlicher Steigerung des Verkehrsaufkommens. 

Prognosen gehen von einem 22-Prozent-Plus bis 2030 aus. Wurden 2015 im Abschnitt zwischen Hamm-Bockum/Werne noch 63.000 Fahrzeuge (Pkw und Lkw) gezählt, sollen es in elf Jahren schon rund 77.000 sein. Krumm unterstreicht, dass im Zuge des Planfeststellungsverfahrens genau festgehalten wird, welche Wohnungseigentümer Anspruch auf passiven Lärmschutz und damit finanzielle Unterstützung bei Baumaßnahmen haben. 

Straßen.NRW will den Abschnitt bis '27 ausbauen

Bei der konkreten Umsetzung werde auch gemessen, wie viel Lärm tatsächlich die Innenräume erreicht. „Wer jetzt zum Beispiel seine Fenster erneuern will, sollte sich mit uns in Verbindung setzen, um den Ist-Zustand zu dokumentieren“, rät Krumm. 

Hinterher ließe sich dieser nicht mehr rekonstruieren. Im April hatte der Landesbetrieb Straßen.NRW angekündigt, dass der Autobahnabschnitt bis 2027 ausgebaut ist und die reine Baumaßnahme mit Neubau von 16 der 18 Brücken und Erweiterung mehrerer Rastplätze vier bis fünf Jahre dauert. 

Entlang der Hansalinie – auch in Höhe Stockum – finden umfangreiche Gehölzarbeiten statt. Die Autobahn wird an vielen Stellen regelrecht freigeschnitten.

Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, hängt auch von Zahl und Inhalt der Einwendungen im Zuge des Planfeststellungsverfahrens ab sowie von möglichen Klagen gegen eine Planfeststellung. 

Im Abschnitt Ascheberg bis Dortmund-Ems-Kanal könne nach Erstellung der Ausführungsplanung und Ende der nötigen Ausschreibungen womöglich schon 2021 losgelegt werden, erläutert Krumm.

Das ist schon im Planfeststellungsverfahren

Die Planungen zum sechsspurigen A1-Ausbau nördlich von Werne sind deutlich weiter gediehen als die für den Bereich gen Süden. Für beide Abschnitte – von der Anschlussstelle Hamm-Bockum/Werne bis Ascheberg und dann weiter bis zum Dortmund-Ems-Kanal bei Münster – laufen seit längerem Planfeststellungsverfahren bei der Bezirksregierung Münster.

Laut der Behörde zieht sich das Verfahren ab Hamm-Bockum/Werne wegen notwendiger Überplanungen zum Lärmschutz noch ein wenig hin. „Relativ kurzfristig“, aber nicht mehr in diesem Monat, könnte demnach der Abschnitt Ascheberg bis Dortmund-Ems-Kanal in die Zielgerade einbiegen. Eine weitere Offenlegung der Pläne sei dann wahrscheinlich, sagt Behördensprecher Andreas Winnemöller.

Quelle: wa.de

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