Frachtpapiere und Ladung passen nicht zusammen / Kein Grundwasser nutzen

Nach Unfall mit Gefahrgut-Lkw auf A44: Verkehr rollt wieder

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Gefahrgut-Unfall auf A44

[Update 16.37 Uhr] Erwitte - Nach dem schweren Unfall am Montagabend auf der A44, bei dem ein Gefahrgut-Lkw etwa 300 Meter vor der Anschlussstelle Erwitte/Anröchte die Mittelleitplanke durchbrochen hatte und auf die Seite gekippt war, kann der Verkehr wieder rollen.

In Fahrtrichtung Dortmund ist zumindest ein Fahrstreifen wieder frei, in Richtung Kassel gibt es keine Beeinträchtigungen mehr. Allerdings staut sich der Verkehr in Richtung Ruhrgebiet nach Erdaushubarbeiten und wegen der anschließenden Reiningungsarbeiten zwischen den Anschlussstellen Bad Wünnenberg/Haaren und Erwitte/Anröchte noch auf mehreren Kilometern - mit entsprechendem Zeitverlust.

Rätsel gibt es noch zur Ladung. "Im Lkw befanden sich teils hochexplosiv und extrem umweltgefährdende Stoffe", so die Feuerwehr Geseke.

Nach Angaben des Kreises Soest liefen unbekannte Flüssigkeiten aus, die teilweise versickerten. "Die Untere Wasserbehörde des Kreises Soest hat ein Unternehmen beauftragt, das verunreinigte Erdreich auszukoffern. Sie kann allerdings nicht ausschließen, dass Grundwasser verunreinigt wurde. 

Vor diesem Hintergrund sind alle Brunnenbesitzer bzw. Nutzer von Grundwasser im Stadtgebiet Erwitte westlich der L734/B55 sowie in den Ortsteilen Völlinghausen, Berenbrock, Ebbinghausen und Stirpe dringend aufgerufen, vorerst kein Grundwasser zu entnehmen und zu nutzen. 

Unfall mit Gefahrgut-Lkw auf der A44 bei Erwitte/Anröchte

Die öffentliche Trinkwasserversorgung ist nach den derzeitigen Erkenntnissen der Unteren Wasserbehörde nicht betroffen", heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Kreises.

Besonderes Problem: Die Ladepapiere des Lkw stimmten nach ersten Erkenntnissen der Unteren Wasserbehörde nicht mit den tatsächlich geladenen Stoffen überein. "Deshalb geht sie vorsorglich davon aus, dass verunreinigtes Grundwasser nicht genutzt werden sollte."

Mutmaßlich wegen eines Reifenschadens hatte der 44 Jahre alte Lastwagenfahrer aus Grefrath am Abend die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, als er in Richtung Kassel unterwegs war. Die Zugmaschine ist im Kreis Viersen zugelassen, der Auflieger in den Niederlanden.

Der Sattelschlepper durchbrach die Mittelleitplanke, kippte auf die Seite und blieb auf der Gegenfahrbahn liegen. Der 44-Jährige konnte die Fahrerkabine unverletzt verlassen. Weitere Fahrzeuge waren nicht in den Unfall verwickelt. Rund 200 Meter der Mittelleitplanke wurden nach Angaben der Feuerwehr Geseke herausgerissen und müssen ersetzt werden.

Den Gesamtschaden schätzte die Polizei auf rund 155.000 Euro.

Durch die Feuerwehr Geseke wurde der Brandschutz sichergestellt und die gefährliche Ladung in Zusammenarbeit mit einem Spezialunternehmen geborgen. Im weiteren Einsatzverlauf wurde etwa 500 Meter vor der Unfallstelle die Mittelleitplanke demontiert, damit der aufgestaute Verkehr abfließen konnte.

Quelle: wa.de

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