239 schwere Bomben entschärft

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DÜSSELDORF - Die Experten der Kampfmittelräumdienste haben im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen 239 Bomben mit einem Einzelgewicht von mindestens 50 Kilogramm entschärft.

Zufallsfunde spielen dabei eine immer geringere Rolle. "Häufig finden wir Bomben durch Luftbilder der Alliierten", erklärte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Montag in Düsseldorf laut einer Mitteilung bei der Vorstellung des Gefahrenabwehrberichts 2012.

Das Land zahlte 13,6 Millionen Euro, um Kampfmittel zu beseitigen und für die Modernisierung der Entsorgung.

Einmal verlief im vorigen Jahr eine Entschärfung nicht glimpflich: In Viersen musste eine Bombe mit tückischem Säurezünder gesprengt werden, ein Straßenzug wurde verwüstet. Das Dortmunder Klinikviertel war Schauplatz einer der aufwendigsten Räumungen der Nachkriegszeit. An einer sensiblen Stelle musste eine 500-Kilo-Bombe entschärft werden. In Wuppertal lehrte ein Mann die Polizei das Fürchten: Er lieferte eigenhändig eine zündfähige Kriegsbombe im Präsidium ab.

2012 wurden insgesamt 706 kleine und große Bomben entschärft. Insgesamt 32,5 Tonnen Sprengstoff wurden gesichert. Auch über 65 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sei die Kampfmittelbeseitigung wichtig, meinte Jäger. Die Kampfmittelräumdienste in Arnsberg und Düsseldorf erhielten im vorigen Jahr 14.635 Anfragen von Bauherren.

Es gab auch Unfälle. So erlitt ein Mitarbeiter des Räumdienstes schwere Verbrennungen, als er Treibladungspulver beseitigte. Fünf Menschen erlitten Atemwegreizungen, weil sie Rauchgas oder Dämpfe von phosphorhaltiger Brandmunition einatmeten.

Für Minister Jäger ein Anlass zur Warnung: "Schlechter Zustand und Rost sind kein Beweis für Ungefährlichkeit, ganz im Gegenteil." Besonders gefährdet seien Mitarbeiter von Tiefbauunternehmen, Kinder, Sammler von Militärgegenständen sowie Land- und Forstwirte. - dpa

Quelle: wa.de

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