Schutz gegen Laserangriffe: Piloten hoffen auf Forscher im Münsterland

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Der Leiter des Laserzentrums der Fachhochschule Münster, Klaus Dickmann (links), und sein Mitarbeiter Nils Nitzschke.

STEINFURT - Im abgedunkelten Labor hält Nils Nitzschke ein Streichholz in den gebündelten Lichtstrahl. Nach höchstens zwei Sekunden entzündet sich der Schwefelkopf. Eine Flamme lodert auf.

Ausgangspunkt des Lichtstrahls ist ein Laserpointer. „Manche Hersteller rühmen sich sogar damit, dass man mit ihren Geräten die internationale Raumstation ISS blenden kann“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter des Laserzentrums der Fachhochschule Münster.

Dessen Leiter Klaus Dickmann vergleicht die Gefahr, die von Laserpointern ausgehen kann, mit dem Effekt, den es hat, wenn Sonnenlicht mit einer Lupe auf der Haut gebündelt wird: „Wie bei einem Blitzlicht ist der Mensch auf jeden Fall geblendet. Im schlimmsten Fall hat sich ein Loch in seine Netzhaut gebrannt.“

Ist der Pilot eines Verkehrsflugzeugs das Opfer, gerät das Leben von Hunderten Menschen in Gefahr, erst recht in der Start- oder Landephase. „Schon die in Deutschland zugelassenen, vermeintlich sicheren Laserpointer mit einer zulässigen Maximalleistung von einem Milliwatt können das Auge derart irritieren, dass der Mann im Cockpit geraume Zeit orientierungslos ist“, sagt der Physiker. Das gelte verstärkt für aus Fernost per Internethandel importierte Laserpointer, die bis zu 3 000 Mal so stark seien.

Im Laserzentrum am FH-Standort Steinfurt untersucht Dickmann im Auftrag der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung die Gefahren, die von solchen Geräten für Piloten und Fahrzeugführer weiterer öffentlicher Verkehrsmittel ausgehen. Um im Labor den Praxisbedingungen möglichst nahe zu kommen, ist vor wenigen Tagen erst die Cockpitscheibe eines Airbus A 320 eingetroffen. Aber auch die Installation von Messgeräten in Flugzeugen und Hubschraubern ist geplant. „Am Ende sollen möglichst konkrete Schutzmaßnahmen entwickelt werden“, sagt Dickmann. Das könnte etwa eine Beschichtung sein, die die Scheiben undurchlässig macht für Laserstrahlen.

Laserattacken haben so stark zugenommen, dass sie seit Oktober 2009 meldepflichtig sind. Bis zum Jahresende 2009 summierte sich die Zahl auf 36. Im Folgejahr waren es bereits 273. - dapd

Quelle: wa.de

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