Corona-Lockdown

Schulen in NRW: Ministerin Gebauer weicht von ihrer bisherigen Ankündigung ab - So geht es weiter

Schulen in NRW setzen bis zum 12. Februar weiter auf Distanz. Das hat Schulministerin Yvonne Gebauer zum ersten Mal in dieser Deutlichkeit gesagt. Das klang vor kurzem noch anders.

Hamm - Die Lage an den Schulen in Nordrhein-Westfalen ist ein sensibles Thema in der Coronavirus-Pandemie. Dass Homeschooling und Distanzlernen keine Dauerlösung sein können - darüber sind sich wohl alle einig. Aber wann findet wieder regulärer Unterricht in den Schulen statt? (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
Gründung23. August 1946
HauptstadtDüsseldorf

Schulen in NRW: Ministerin Yvonne Gebauer verkündet Beschluss zum Distanzunterricht

Noch am Montag hatte das NRW-Schulministerium unter der Leitung von Yvonne Gebauer (FDP) auf Anfrage unserer Redaktion keine konkrete Aussage zur künftigen Unterrichtsgestaltung treffen können. Es würden Gespräche mit den Schul- und Bildungsverbänden wie auch den Schulträgern geführt, hieß es.

Nur einen Tag später informierte Yvonne Gebauer (FDP) in Düsseldorf über das weitere Unterrichts- und Schulgeschehen im Rahmen der Coronavirus-Pandemie in Nordrhein-Westfalen. Und verkündete, dass sie von ihrer bisherigen Ankündigung abweicht.

Die NRW-Landesregierung setze den Beschluss der Bund-Länder-Konferenz vom 19. Januar weiterhin konsequent um: „In allen Schulen und Schulformen wird der Unterricht grundsätzlich für alle Jahrgangsstufen befristet bis zum 12. Februar 2021 weiterhin als Distanzunterricht erteilt“, verkündete Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer.

Schulen in NRW: Plötzlich schließt Yvonne Gebauer auch Wechselunterricht nicht mehr aus

Das hatte sie seit den Beschlüssen des Corona-Gipfels erstmals in dieser Klarheit formuliert. Noch kurz vor den jüngsten Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs um NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in einem Interview mit der Rheinischen Post gesagt: „Eine schlichte Fortsetzung des Distanzunterrichts in seiner jetzigen Form ist nach dem 31. Januar schwer vorstellbar. In welcher Form und mit welchen Präsenz-Anteilen müssen wir sehen.“ Jetzt ist klar. Mit gar keinen.

Dazu schloss Yvonne Gebauer erstmals auch Wechselmodelle von Distanz- und Präsenzunterricht in Nordrhein-Westfalen nicht grundsätzlich aus. „Natürlich denken wir über verschiedenste Modelle nach“, sagte die FDP-Politikerin. Ihr Ziel sei zwar, so schnell wie möglich zum Präsenzunterricht zurückzukehren. Wenn das angesichts der Corona-Infektionszahlen aber nicht möglich sei und das Land auch nicht länger im Distanzunterricht verbleiben wolle, „dann bieten sich natürlich auch Wechselmodelle an“.

NRW-Landesregierung verschärft Corona-Kurs auch bei Schulen

Für diese Entscheidung des härteren Corona-Kurses auch in der Schulpolitik nannte sie allen voran den Grund, dass NRW damit „einen solidarischen und konsequenten Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie“ leiste, sagte Yvonne Gebauer. Auch wenn sich das Infektionsgeschehen etwas beruhige, „brauchen wir aber eine weitere Zeit der Vorsicht.“ Auch wegen der Corona-Mutation, „von der wir nicht wissen, wie schnell sie sich verbreitet und wie gefährlich sie ist“.   

Darüber hinaus führte die Schulministerin aus, dass der „konsequente Umstieg“ auf Distanzunterricht „grundsätzlich gut funktioniert“ habe. „Das signalisieren uns die Rückmeldungen aus den Schulen und der Verbände“, erläuterte sie.

NRW setzt Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz um - Distanzunterricht an Schulen bis zum 12. Februar

Die aktuell bis zum Ende des Schuljahres geltende Rechtsverordnung für den Distanzunterricht an den Schulen wolle NRW als erstes Bundesland dauerhaft per Schulgesetzänderung einführen - damit der Distanzunterricht auch über die Pandemie hinaus für Schüler eine Option ist, „die zum Beispiel an einer langfristigen Erkrankung leiden.

Dass NRW den Präsenzunterricht bis zum 12. Februar aussetzt, sei eine Entscheidung gewesen, die Yvonne Gebauer nach Absprache mit allen Bildungsverbänden Nordrhein-Westfalen und nach einer siebenstündigen Beratung am Sonntag getroffen“ habe, erläuterte die Schulministerin.

Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin von Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressekonferenz. Gebauer informiert zur Lage an Schulen angesichts der Corona-Pandemie.

Abermals betonte sie jedoch: „Der Präsenzunterricht bleibt die erste Wahl. Für diese Landesregierung gilt: Sobald es das Pandemie-Geschehen zulässt, muss bei möglichen Öffnungsschritten von Beginn an an unsere Schulen, an unsere Kinder und Jugendliche gedacht werden.“   

Zuletzt schockte ein Minister mit einer düsteren Prognose zur Öffnung der Schulen im Corona-Lockdown. Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) ging davon aus, noch bis Ostern in dieser Situation verharren zu müssen - allerdings ist die Inzident dort besonders hoch.  

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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