Kritik am Selbsttest-Verfahren

Schule in NRW: Harte Kritik an der Corona-Testpflicht - „höchst unpraktikabel“

Schüler in NRW sollen zweimal wöchentlich einen Corona-Selbsttest machen, wenn der Präsenzunterricht wieder startet. Die Kritik an dem Verfahren ist groß.

Hamm - Nordrhein-Westfalen kehrt zum Wechselmodell zurück. Lediglich in Regionen mit einem Inzidenzwert über 200 bleiben die Schulen zu. Kommen die Schüler zum Präsenzunterricht, müssen sie zweimal wöchentlich einen Corona-Selbsttest machen. Die Kritik an der Testpflicht ist groß, vor allem Eltern gehen auf die Barrikaden. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,93 Millionen (2019)

Schule in NRW: Enorme Kritik an der Corona-Testpflicht - Angst vor Bloßstellung

Die Landeselternkonferenz berichtete am Dienstag (13. April), es gebe „enormen Widerstand“ gegen die Corona-Tests an Schulen. Und zwar mit Blick auf ihre Handhabung, Datenschutz und Angst vor Bloßstellung, sollte ein Kind vor anderen Mitschülern ein positives Ergebnis erhalten.

Zudem werde die vom Schulministerium zugesagte Ausnahme, dass sich Schüler mit besonderem Förderbedarf daheim unter Aufsicht ihrer Eltern testen dürften, von einigen Förderschulen nicht akzeptiert. „Das ist nicht zumutbar, dass Eltern dann zweimal die Woche mit ihren behinderten Kindern in die öffentlichen Testzentren gehen sollen“, kritisierte die LEK-Vorsitzende Anke Staar. Ohnehin seien es die schwächsten Kinder, die „erneut hinten runter fallen“. Für sie gebe es aktuell in einigen Fällen weder häusliche Hilfe noch Betreuungsangebote.

Schule in NRW: Enorme Kritik an der Corona-Testpflicht - Verfahren sei „höchst unpraktikabel“

Der Unterricht in Nordrhein-Westfalen beginnt am 19. April wieder im Wechselmodell, das hat Schulministerin Yvonne Gebauer angekündigt. Im Präsenzbetrieb müssen alle Schüler dann zweimal wöchentlich einen Corona-Selbsttest machen. Laut SPD-Fraktionsvize Jochen Ott sind sie aber „höchst unpraktikabel“, weil Lehrkräfte vor Ort für jeden einzelnen Test Hand anlegen und umfüllen müssten.

Aus dem NRW-Innenministerium, das die Tests bestellt, hieß es: Man habe 18,6 Millionen Tests bis Ende April für die Schulen bestellt. „Über die Art und Handhabung der Schnelltests hat die Landesregierung frühzeitig und transparent bereits in Schulmails Anfang des Monats informiert.“

Die Testflüssigkeit sei immer für jeweils zehn Einzeltests vorgesehen - und das müsse vor der Anwendung vor Ort aufgeteilt werden. Übrig gebliebene Kontrollflüssigkeit werde auch nicht verschwendet, sondern könne für Tests anderer Lern- und Betreuungsgruppen verwendet werden.

Lange war nicht klar, wie es an den Schulen in NRW weitergeht. Schulministerin Yvonne Gebauer hatte sich nicht klar geäußert, was wiederum bei den Schulen und Eltern für Kritik sorgte. Sie pochten auf eine schnelle Entscheidung, wollten und brauchten Planungssicherheit, was die Betreuung der Kinder angeht. (dpa)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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