Kontroverse um Mithat Gedik

Werler Fall: Schützenwesen vorerst kein Kulturerbe

WERL - Wegen der Kontroverse um den muslimischen Schützenkönig Mithat Gedik aus Werl wird das historische Schützenwesen in Deutschland offenbar vorerst kein immaterielles Kulturerbe.

Das zuständige Komitee der Deutschen Unesco-Kommission habe die Bewerbung der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen zurückgestellt, berichtet die Westfalenpost. Mithat Gedik aus Werl-Sönnern war wegen seines muslimischen Glaubens die Teilnahme am Bezirksschützenfest untersagt worden.

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Die Zeitung zitiert aus einem Schreiben der Deutschen Kommission der UN-Kulturorganisation an die Europäische Gemeinschaft Historischer Schützen. Darin heißt es, wegen der "schroffen und ausgrenzenden Reaktionen" auf den muslimischen Schützenkönig könne eine "zivilgesellschaftlich zugängliche und offene Traditionspflege" zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigt werden. Der Antrag sei deshalb zurückgestellt worden.

Der Fall von Gedik, der im vergangenen Juli Schützenkönig in seiner katholischen Schützenbruderschaft wurde, hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der "Bund Historischer Deutscher Schützenbruderschaften" hatte zunächst seine Abdankung gefordert und darauf bestanden, dass nur Christen Mitglieder im Schützenverein sein könnten. Schließlich entschied der Dachverband, dass Gedik sein Amt "ausnahmsweise" behalten, aber nur in seinem eigenen Verein ausüben darf. Der 33-Jährige ist in Deutschland geboren, mit einer Katholikin verheiratet und hat vier katholisch getaufte Kinder. Sein Schützenverein hatte sich in der Debatte von Anfang an hinter ihn gestellt. - epd

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © Tomicek

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