Schrotflinten-Prozess: Angeklagter voll schuldfähig

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BIELEFELD - Mord oder Selbstmord? Im Schrotflinten-Prozess hält der Gutachter den Angeklagten, der seine Frau erschossen haben soll, für schuldfähig. Eifersuchts-Wahn sei aber unwahrscheinlich, genauso ein Selbstmord der Frau.

Der 74 Jahre alte Angeklagte, der seine Frau aus Eifersucht mit einer Schrotflinte erschossen haben soll, ist voll schuldfähig. Der Gerichtspsychiater Marc Schröder sagte am Mittwoch vor dem Landgericht Bielefeld, er habe keine Hinweise auf eine psychische Störung bei Günter O. gefunden. Der soll seine 25 Jahre jüngere Frau Gabriele im April im westfälischen Halle umgebracht haben, weil sie eine Affäre gehabt habe. Für einen Eifersuchts-Wahn des 74-Jährigen habe er aber ebenfalls keine Anhaltspunkte, sagte der Psychiater.

Der Angeklagte streitet die Tat ab. Vielmehr habe seine Frau lange Zeit starke Kopfschmerzen gehabt, sei immer depressiver geworden. Darum habe sie wohl die nicht registrierte Schrotflinte ihres Mannes unter dem Bett hervorgeholt und sich am 16. April im Teutoburger Wald erschossen.

Keine Anzeichen für Depressionen

Diese Darstellung hält der Psychiater für unwahrscheinlich. Er habe in den Akten und Zeugenaussagen keine Anzeichen für länger anhaltende Beschwerden oder Depressionen von Gabriele O. gefunden. Der mögliche Ablauf eines Selbstmordes würde aller Erfahrung widersprechen. Der Angeklagte wiederum sei den Untersuchungen zufolge ein zufriedener, gelassener Mensch, emotional stabil.

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Eine früherer Arbeitgeber des Opfers hatte am vergangenen Montag eingeräumt, er habe 2011 eine kurze Affäre mit Gabriele O. gehabt. Diese sei aber nach wenigen Wochen beendet gewesen. Ein mögliches Tatmotiv könnte noch die Lebensversicherung sein, bei der es den Angaben zufolge um rund 150 000 Euro geht.

Die Verhandlung soll am 7. Oktober um 9.00 Uhr mit den Plädoyers fortgesetzt werden.

Quelle: wa.de

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