Schranke defekt: Ex-Fußballprofi Kopp fast von Bahn überrollt

DETMOLD - Der Alptraum aller Autofahrer: Die Schranke des Bahnübergangs ist offen und plötzlich rast ein Zug heran. An einer seit Monaten defekten Schranke in Detmold hat es jetzt zum zweiten Mal in kurzer Zeit fast eine Tragödie gegeben.

Zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres hat es an einem Bahnübergang in Detmold gekracht. Diesmal kam der ehemalige Fußball-Profi Roland Kopp (Arminia Bielefeld) in seinem Wagen fast unter die Räder. Wie Kopp am Dienstag bestätigte, waren die Schranken am vergangenen Freitag offen. Er habe im letzten Moment gebremst. Der Zug habe das Auto stark beschädigt. Alle vier Autoinsassen, darunter seine Kinder im Alter von 15 und 16 Jahren, blieben weitgehend unverletzt.

Nach Angaben der Polizei ist die Schranke seit August 2011 defekt, nachdem der Blitz eingeschlagen hatte. Zunächst sei der Übergang von einem Posten mit Flatterband gesichert worden. Am 19. Dezember 2011 hatte dann ein Zug ein Auto erfasst, der 41 Jahre alte Fahrer wurde leicht verletzt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den damaligen Bahnposten erhoben, nämlich wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr durch Fahrlässigkeit. Seitdem gibt es an dem Übergang eine mobile Schrankenanlage mit Wärter. Warum die Halbschranken am letzten Freitag offen waren, ist unklar.

Kopp, früher Profi bei Arminia Bielefeld und jetzt Inhaber des Soccerdome in Detmold, hatte mit Freunden das Fußballspiel Deutschland-Griechenland verfolgt und sich dann mit einem Bekannten und seinen Kindern auf den Heimweg gemacht.

"Die Schranke war oben. Ich wollte schon rüberfahren und habe dann instinktiv gebremst", erzählte Kopp. Der Wagen traf den hinteren Zugteil und wurde schwer beschädigt. Alle Airbags gingen auf. "Ich fahre viermal am Tag da rüber und hatte immer ein mulmiges Gefühl." Erst habe er die anderen im Auto gefragt, ob alles in Ordnung sei. "Dann bin ich zum Schrankenwärter gegangen und habe ihn beschimpft", sagte Kopp. "Wir sind ja dem Tod so eben von der Schippe gesprungen." Der Mann habe nach dem Unglück nicht im Wärterhaus, sondern in seinem Auto gesessen und geweint.

Die Bahn hat unterdessen angekündigt, dass die Schranke nicht wie geplant erst im September, sondern bereits Mitte Juli ersetzt werden soll. - lnw

Quelle: wa.de

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