Schramme am Bentley: Bahn muss für Crash auf Autozug zahlen

DORTMUND - Zwei Jahre nachdem ein Oldtimer in Österreich beim Rangieren auf einem Bahn-Waggon eine Schramme abbekommen hat, muss die Bahn dem Besitzer aus Köln den Schaden erstatten.

Der Mann erhält von der Bahn-Tochter DB Autozug rund 1140 Euro, so das Ergebnis des Zivilstreits vor dem Landgericht Dortmund vom Donnerstag (Az.: 11 S 93/12). Der Rentner hatte sich vor Ort von einem Bahn-Mitarbeiter unterschreiben lassen, dass der Schaden an seinem Bentley durch einen Fehler beim Einweisen entstanden sei. Die DB Autozug hatte sich zunächst gegen die Zahlung gewehrt, zog jetzt aber die Berufung gegen ein erstinstanzliches Urteil zurück.

Die Argumentation der DB Autozug, die Einweiser auf den Waggons handelten sozusagen auf eigenes Risiko, stieß bei den Richtern auf Unverständnis. Darauf könne sich die Bahn nicht zurückziehen, hieß es in der Verhandlung. Andernfalls würde sich kaum ein Einweiser mehr trauen, seine Arbeit zu machen. Gleichzeitig würde wohl auch kein Kunde mehr auf das hören, was ihm der Einweiser auftrage. "Und wenn jeder Autofahrer vor der Fahrt erst einmal ausführlich mit dem Personal diskutiert, bekommt die Bahn sicher noch größere Probleme mit dem Fahrplan, als sie ohnehin schon hat", sagte der Vorsitzende Richter Edmund Brahm in der Verhandlung.

Der Rentner aus Köln war im Sommer 2010 beim Rangieren mit seinem Oldtimer an eine nicht richtig herunter gelassene Begrenzungs-Barke geraten. Die Kosten für die Reparatur des Blechschadens habe er schon vor Monaten vorgestreckt, sagte er in der Verhandlung: "Kein Oldtimer-Fan fährt lange mit einer Beule im Heck herum." - lnw

Quelle: wa.de

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