Für die SPD geht's im Wahlkampf um die Currywurst

NRW - Im Landtagswahlkampf soll der SPD in Nordrhein-Westfalen jetzt eine Currywurst helfen. Natürlich mit Pommes-Majo. "Currywurst ist SPD." heißt es demnächst auf Wahlplakaten. NRW-Generalsekretär Groschek findet das sympathisch.

Im nordrhein-westfälischen Wahlkampf geht es jetzt um die Wurst. Die Sozialdemokraten wollen Plakate mit dem Slogan "Currywurst ist SPD." kleben. Das Motiv mit der scharfen Wurst, einer Portion Pommes mit Ketchup und Majo sowie der Aufforderung "Am 13. Mai NRW SPD" ist als Sieger aus einer Online-Abstimmung hervorgegangen.

Im Netz ernteten die Sozialdemokraten hämische Kommentare, aber auch Zustimmung. Generalsekretär Michael Groschek nimmt es gelassen. "Wer sich auf das Netz einlässt, muss mit den Ergebnissen leben", sagte er am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Geklebt werden solle das Plakat auf jeden Fall. Die genaue Anzahl hänge von den Anforderungen der Parteigliederungen ab. Vor der Abstimmung hatte die SPD angekündigt, "einige tausend Plakate" aufzustellen.

Den siegreichen Plakatentwurf haben zwei Jusos aus Tübingen gebastelt. Sie sehen ihr Motiv als "Antibesserwisser-Plakat", wie sie "sueddeutsche.de" verraten haben. Dem Audiodienst der dpa sagte Juso-Mitglied Erik Flügge: "Worum es schon ein Stück weit geht, ist, zu sagen: Eine Partei lässt sich darauf ein, auf wesentliche Lebensgefühle Rücksicht zu nehmen wie darauf, dass man sich einfach mal was gönnen will, dass man einfach zwischendrin mal einen kurzen Moment der Unvernunft hat und dann trotzdem solide Politik macht."

Bei der Abstimmung im Internet setzte sich die Currywurst gegen vier konventionelle Plakate klar durch. Fast 4500 Mal wurde bei dem Schnellimbiss-Motiv auf der Facebook-Seite von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) der "Gefällt mir"-Button angeklickt.

Groschek hatte ein Motiv gesucht, das "plakativ die SPD auf den Punkt bringt". Das Currywurst-Plakat hält er für einen Sympathieträger. Er selbst denke zuerst an die stets Currywurst verzehrenden Kölner Tatort-Kommissare Ballauf und Schenk. "Man muss das mit einem Augenzwinkern sehen."

Das tun aber nicht alle. Auf Krafts Facebook-Seite machen unter anderem Vegetarier ihrem Unmut über das Wurstplakat Luft. Auch die Zuordnung der Currywurst zur SPD wird bestritten: "Schwachsinn - Currywurst ist Berlin!!!" Neben deutlicher Kritik ("peinlich", "lächerlich", "Ekelplakat") erntet die Aktion aber auch Zustimmung. "Ist doch perfekter Wahlkampf", kommentierte User Peter Ortmanns auf Facebook das Motiv. Und Nathalie Zies findet: "Der tiefere Sinn darin liegt doch in der Identifizierung und der Verbundenheit mit dem Bundesland. Die Currywurst ist sinnbildlich zu verstehen." - lnw

Quelle: wa.de

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