Schmiergeldvorwurf: Anwalt im Gerichtssaal abgeführt

MÜNSTER - Rechtsanwalt in Handschellen: Mitten in der Gerichtsverhandlung bei einem Steuerstrafprozess in Münster ist der Pflichtverteidiger des Angeklagten am Dienstag festgenommen worden.

Der Rechtsanwalt soll einem Zeugen nach dem letzten Verhandlungstag 50.000 Euro für eine Falschaussage angeboten haben. Der Zeuge hatte sich daraufhin an die Staatsanwaltschaft gewandt. "Es besteht der dringende Tatverdacht der versuchten Anstiftung zur Falschaussage", sagte Oberstaatsanwalt Rainer Neuschmelting.

Die Verhandlung lief bereits, als sich der Anklagevertreter plötzlich an den Rechtsanwalt wandte und sagte: "Ich nehme Sie vorläufig fest. Ziehen Sie bitte Ihre Robe aus." Außerdem musste der Anwalt sein Mobiltelefon abgeben. Seine im Zuschauerraum anwesende Ehefrau musste tatenlos zusehen, wie Wachtmeister ihren Mann in Handschellen abführten. Er wurde vom Gericht umgehend entpflichtet und durch einen anderen Verteidiger ersetzt.

In dem Prozess geht es um den Vorwurf illegaler Machenschaften auf einem Schrottplatz in Münster. Drei Angeklagten werden umfangreiche Schwarzgeld-Geschäfte vorgeworfen. Der Steuerschaden soll in die Millionen gehen. - lnw

Quelle: wa.de

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