Schlosspark-Mord: Der Maskenmann schweigt

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[Update 14.10] Düsseldorf - Als unheimlicher Maskenmann brachte er in Düsseldorf beinahe einen Makler um. Zuvor soll er einen Freund ermordet und dessen Identität angenommen haben. Vor dem Düsseldorfer Landgericht hat ein bizarrer Mordprozess begonnen.

In Fußfesseln wird der mutmaßliche "Schlosspark-Killer" in den Gerichtssaal gebracht. Drei Wachtmeister lassen den 43-Jährigen keine Sekunde aus den Augen.

Als er vom Vorsitzenden Richter Rainer Drees angesprochen wird, ignoriert der mutmaßliche Mörder den Juristen: Stoisch schaut er am Richter vorbei aus dem Fenster - und schweigt.

Das Reden übernimmt am Freitag im Düsseldorfer Landgericht sein Verteidiger Harald Nuß. Der feuert sogleich eine juristische Breitseite auf den Richter und lehnt ihn wegen des Anscheins der Befangenheit ab.

Es folgt eine Besetzungsrüge gegen den Rest der Strafkammer. Alexander F. ist bereits zu zehn Jahren Haft wegen versuchten Totschlags verurteilt. Als unheimlicher Maskenmann hatte er einem Makler vor dessen Haus aufgelauert, bewaffnet mit einer Schalldämpfer-Pistole, einem Elektroschocker, Handschellen und einem Messer. Mit dem Messer hatte er auf den Makler und seine Frau eingestochen. Beide überlebten schwer verletzt.

Doch diesmal geht es um Mord. Ein hungriger Fuchs zerrte das Verbrechen 2012 ans Licht.

Das Tier schleppte einen Fuß samt Socken aus dem Unterholz des Düsseldorfer Schlossparks Eller auf einen Weg. Dort stieß ein Spaziergänger auf das Körperteil. Die Polizei entdeckte schließlich den Rest einer gefesselten Leiche, der Kopf war mit Klebeband umwickelt.

Als die Leiche entdeckt wurde, saß der Verdächtige bereits wegen des blutigen Überfalls auf den Makler in Untersuchungshaft - unter dem Namen des Toten, dessen Identität er angenommen hatte.

Im Gefängnis soll er seither bereits dreimal Wärter mit dem Tode bedroht haben. Er werde sie umbringen oder umbringen lassen, ließ er sie wissen - so steht es zumindest in der Anklage.

Der 43-Jährige, aufgewachsen in St. Petersburg, hatte den blutigen Überfall gestanden. Doch den Mord stritt er ab: Damit habe er nichts zu tun.

Dass sämtliche Wertgegenstände des Opfers in seiner Wohnung entdeckt wurden und er dessen Auto fuhr, liege daran, dass sein 33-jähriger Landsmann bei ihm eingezogen sei, bevor er verschwand.

Er habe den falschen Leuten Geld geschuldet. Die Ermittler gehen in ihrer Anklage von einer anderen Version aus: Der Angeklagte habe seinen Freund bei dessen Geburtstagsfeier in dessen Wohnung in Krefeld umgebracht - als einziger Gast.

Zuvor habe er den 33-Jährigen überwältigt, gefesselt und ihm die PIN-Nummer seiner Kontokarte entlockt - Mord aus Habgier. Mit Messerstichen in Nacken und Brust habe er ihn dann getötet und in dem Düsseldorfer Park nahe seiner Wohnung verscharrt.

In eine Plane gewickelt habe er die Leiche mit dem Auto des Opfers von Krefeld nach Düsseldorf geschafft. Der Angeklagte soll bereits in Russland im Gefängnis und auch in einer Psychiatrie gesessen haben. Einer psychiatrischen Begutachtung hierzulande hat er sich bislang verweigert.

Das Gericht geht von einem aufwendigen Verfahren aus und hat 20 Verhandlungstage bis ins Jahr 2016 hinein angesetzt - mit der Option auf Verlängerung. - lnw

Quelle: wa.de

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