"Satanist von Witten": Urteilsverkündung verschoben

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Bochum - Noch aus der Haft für einen anderen Mord soll ein Mann die Ermordung seiner Ex-Frau betrieben haben. Die Haft ist bald verbüßt - jetzt wartet er auf das nächste Urteil.

Im neuen Prozess gegen den früher als "Satanist von Witten" bekannt gewordenen Angeklagten hat das Bochumer Landgericht die Urteilsverkündung am Mittwoch überraschend verschoben. Grund sind Verzögerungen bei den Zeugenvernehmungen. Plädoyers und Urteilsverkündung werden nun für diesen Donnerstag erwartet. 

Dem 41-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, aus der Haft heraus die Ermordung seiner Ex-Frau geplant zu haben. Die Tat sollte laut Anklage von einer Brieffreundin ausgeführt werden. Die Frau war jedoch zur Polizei gegangen. Bei ihrer Zeugenaussage vor dem Bochumer Landgericht geriet die 34-Jährige am Mittwoch allerdings unter Druck. 

Sie wurde vom Gericht mehrfach auf Widersprüche hingewiesen und zur Wahrheit ermahnt. "Seien Sie vorsichtig", sagte Richterin Petra Schönenberg-Römer der Zeugin. Bei einer Falschaussage müsse die Zeugin selbst mit einem Strafverfahren rechnen - vielleicht sogar wegen Freiheitsberaubung. Schließlich sitze der Angeklagte auch wegen ihrer Aussage noch in Haft. 

Der Angeklagte war im Januar 2002 nach der Ermordung eines Kollegen mit 66 Hammerschlägen und Messerstichen zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Damals wurde er als Satanist bezeichnet. Wegen einer Persönlichkeitsstörung wurde er als vermindert schuldfähig eingestuft. Die Haftzeit ist noch nicht beendet, weil ein zwischenzeitlicher Aufenthalt in der geschlossenen Psychiatrie nicht angerechnet werden konnte. - dpa

Quelle: wa.de

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