Salafisten-Prediger Abou-Nagie geht in Berufung gegen Betrug-Urteil

+
Salafisten-Predigers Ibrahim Abou-Nagie lässt sich im Berufungsprozess von seinem Anwalt vertreten.

Köln - In Abwesenheit des Angeklagten hat am Kölner Landgericht der Berufungsprozess im Fall des wegen Betrugs verurteilten Salafisten-Predigers Ibrahim Abou-Nagie begonnen.

Der Initiator der umstrittenen Koran-Verteilaktion "Lies!" lässt sich in der Verhandlung von seinem Anwalt vertreten. Einem Antrag der Staatsanwaltschaft, der Prediger müsse selbst erscheinen, folgte die Kammer am Dienstag nicht. 

"Ein Urteil kann auch ohne seine Anwesenheit gefällt werden", stellte der Vorsitzende Richter fest. Abou-Nagie habe in erster Instanz keine Angaben gemacht - und es sei nicht zu erwarten, dass sich das nun ändere. 

Das Amtsgericht hatte den in Palästina geborenen 53-Jährigen mit deutscher Staatsangehörigkeit 2016 zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und einem Monat verurteilt, weil er zu Unrecht etwa 53.000 Euro an Sozialleistungen kassiert haben soll. Dagegen geht er rechtlich vor. 

Bei Experten gilt Abou-Nagie als Hassprediger. Seine Koran-Verteilaktion "Lies!" wurde mittlerweile von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) als verfassungsfeindlich verboten.

Das Kölner Landgericht stellte fest, dass Abou-Nagies derzeitiger Aufenthaltsort unbekannt sei. Sein Anwalt Mutlu Günal sagte, er gehe optimistisch in die Verhandlung. 

Sein Mandant brauche aktuell eine "Auszeit" und habe "andere Projekte im Ausland". Zu gegebener Zeit werde er nach Deutschland zurückkehren. "Er lässt alle ganz herzlich grüßen." - dpa

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare