Russische Todesdroge "Krokodil" im Ruhrgebiet

BOCHUM - Die lebensgefährliche Heroin-Ersatzdroge „Krokodil“ („Krok“) aus Russland ist im Ruhrgebiet aufgetaucht. Vier Nutzer des Bochumer Drogencafés hätten die typischen Symptome gezeigt, bestätigte gestern der leitende Arzt der Krisenhilfe Bochum, Heinrich Elsner.

Die Abhängigen seien der Meinung, Heroin genommen zu haben, zugleich hätten sie aber „katastrophale Haut- und Weichteilschäden“, die sonst bei Heroin kaum auftreten.

Die Polizei hatte bereits am Montag nachdrücklich vor dem Konsum der Droge gewarnt. Offenbar sei der Stoff Abhängigen in der Bochumer Szene ohne ihr Wissen als Heroin verkauft worden, sagte ein Sprecher. In Russland wird die Droge schon seit längerer Zeit gedealt und soll dort bereits Hunderte von Abhängigen getötet haben.

Die Drogenhilfe werde alle Betroffenen ansprechen und ihnen eine Methadon-Ersatztherapie anbieten, sagte die Leiterin der Bochumer Drogenhilfe, Silvia Wilske. „Krokodil“ (Desomorphin) wird illegal aus dem in Russland frei erhältlichen Codein und weiteren Stoffen wie Benzin und rotem Phosphor aufgekocht. Da die Produzenten die Verunreinigungen im Stoff nicht entfernen, kommt es schon nach wenigen Injektionen zu großflächigen Gewebeschäden. Arme oder Beine sterben rund um die Einstichstelle ab und müssen amputiert werden. Das Suchtpotenzial der Droge soll besonders hoch sein.

Die vier Betroffenen in Bochum seien ohne festen Wohnsitz, sagte Wilske. Eine der vier, eine junge Frau, sei aber nach ihrem „Krokodil“-Konsum bereits wieder da gewesen. Sie habe eine Methadon-Therapie abgelehnt, weil der Ersatzstoff ihr keine Erleichterung verschaffe.

In der Bochumer Szene herrsche ein „Riesenaufruhr“, sagte Polizeisprecher Volker Schütte. Die Polizei spreche gezielt Drogenabhängige an, um sie zu warnen und verstärke zugleich die Suche nach den Dealern. Es könne gut sein, dass die Droge schon länger am Markt sei. „Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs, und was darunter ist – davor graut es mir.“ - dpa

Quelle: wa.de

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