Rosenmontagszüge begeisterten

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Mit 150 Wagen und 7,5 Kilometern Länge ist der Kölner Rosenmontagszug der größte Karnevalszug in Deutschland.

KÖLN/DÜSSELDORF - In den rheinischen Karnevalshochburgen hatten sich am Vormittag die Rosenmontagszüge aufgestellt. Allein in Köln liefen 12.000 Teilnehmer, 120 Kapellen und 500 Pferde mit.

Auf den Persiflage-Wagen griffen die Narren diesmal unter anderem die Euro-Krise, das Berliner Flughafen-Desaster und die Sexismus-Debatte um Rainer Brüderle auf. Die Düsseldorfer haben es sogar geschafft, noch einen Wagen zum Rücktritt von Bundesbildungsministerin Annette Schavan zu bauen.

Unter zunehmend freundlichem Himmel hatte sich am Vormittag der Kölner Rosenmontagszug in Bewegung gesetzt. Mit 150 Wagen und 7,5 Kilometern Länge war es der größte Karnevalszug in Deutschland. Über 12.000 Teilnehmer liefen mit, 120 Kapellen und 500 Pferde. Die Leitung des Zuges liegt in Händen eines Bestattungsunternehmers.

Der Zug rollte zunächst durch die Severinstorburg, eines der mittelalterlichen Stadttore Kölns, und schlängelte sich dann über die enge Severinstraße durch die Südstadt, bekannt als Heimatrevier von BAP-Sänger Wolfgang Niedecken. Auf den Persiflage-Wagen griffen die Kölner diesmal unter anderem die Euro-Krise und das Berliner Flughafen-Desaster auf.

Was Aktualität betrifft, so hatten die Düsseldorfer den Kölnern allerdings mal wieder den Rang abgelaufen. Bei Sonnenschein schlängelte sich am Mittag der Lindwurm mit 105 Wagen und 6500 kostümierten Teilnehmern schlängelte sich auf fünf Kilometern Länge durch Altstadt und Zentrum der Landeshauptstadt. Unter dem Motto "Och dat noch" (Auch das noch) wurden Politik und Würdenträger aufs Korn genommen.

Die Düsseldorfer Mottowagen gelten als die frechsten in Deutschland. Sie brachten sogar einen Wagen zum Rücktritt von Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Die Uni Düsseldorf schoß die "Plagiannette" aus dem Amt. Außerdem thematisierten sie die Sexismus-Debatte um Rainer Brüderle. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück lastete als "Schweer Steindrück" auf den Genossen. Ein katholischer Würdenträger versteckte die Akten der Missbrauchsfälle unterm langen Ornat. Auf einem der überdimensionalen Karikaturen-Wagen malte ein grinsender Grieche der zum Sparen mahnenden Kanzlerin Angela Merkel ein Hitlerbärtchen ins Gesicht. Die zurückgetretene Bundesbildungsministerin "Plagiannette" Schavan wurde von einer Tintenkugel der Uni Düsseldorf in den Rücken getroffen. Als "Schweer Steindrück" lastete SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück auf seiner Partei. Im Debakel um die Eröffnung des Berliner Flughafens wurde Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit in einem Flugzeug-Propeller geschreddert. Auch die Sexismus-Debatte um Rainer Brüderle wurde thematisiert.

Die gebürtigen Düsseldorfer Heino und Tote-Hosen-Frontmann Campino wurden auf einem Wagen verewigt. Die Karnevalisten prangerten aber auch "Miethaie", "Horrormieten" und "Gema-Gebühren" an.-dpa

dpa/lnw

Quelle: wa.de

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