Röttgen kandidiert doch nicht für CDU-Bundesvorstand

DÜSSELDORF - Norbert Röttgen hat nach dem Wahldebakel in NRW keine Ambitionen mehr auf einen Posten in der Bundespartei. Zur Bundestagswahl will der ehemalige Umweltminister aber wieder antreten.

Der frühere Bundesumweltminister Norbert Röttgen plant nun doch kein Comeback in der Führung der Bundes-CDU. Er werde beim Bundesparteitag im Dezember definitiv nicht für den Bundesvorstand kandidieren, hieß es am Donnerstag aus seinem Wahlkreisbüro bei Bonn. Der "Bonner General-Anzeiger" berichtete, der 47-jährige Ex-Landesparteichef habe bei einer Vorstandssitzung des Kreisverbandes Rhein-Sieg mitgeteilt, er wolle sich mehr auf seinen Wahlkreis konzentrieren. Für den Bundestag will Röttgen im kommenden Jahr wieder kandidieren.

Röttgen hatte sich vor einigen Wochen gegenüber dem Landesvorstand der nordrhein-westfälischen CDU bereiterklärt, auf dem Parteitag in Hannover für einen Beisitzerposten zu kandidieren. Nach seiner Niederlage bei der NRW-Landtagswahl im Mai war er als Landesparteichef zurückgetreten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Röttgen als Minister entlassen. Noch bis zum Parteitag ist Röttgen stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender, die gesamte Spitze wird dort neu gewählt.

Die NRW-CDU äußerte sich nicht zu der Entscheidung Röttgens. Armin Laschet, der den Landesverband seit Ende Juni führt, hatte eine Kandidatur Röttgens Anfang September ausdrücklich unterstützt. Laschet selbst will einer der Stellvertreter von Bundesparteichefin Merkel werden.

Am 29. Oktober will der Landesvorstand in Düsseldorf in einem Paket beschließen, wer sich aus den NRW-Reihen für den derzeit 40 Mitglieder umfassenden Bundesvorstand bewerben wird. "Derzeit gehen die Vorschläge noch ein", sagte eine Parteisprecherin. Auch Röttgen sei noch nicht nominiert gewesen. Die NRW-CDU - mit rund 148 000 Mitgliedern der größte Landesverband der Christdemokraten - war im Mai auf einen Negativrekord von nur 26,3 Prozent abgestürzt und arbeitet derzeit an ihrem Neuanfang.

Der CDU-Kreisvorstand Rhein-Sieg hatte Röttgen Ende August einstimmig als Direktkandidaten für die Bundestagswahl vorgeschlagen. Darüber soll die Basis am 26. Oktober entscheiden, wie der Kreisverband auf seiner Homepage mitgeteilt hatte. - dpa

Quelle: wa.de

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