Römische Legionäre marschieren nach Kalkriese

+
Die Gruppe "Legio I Italica" zieht nach Haltern am See.

[Update 16.03 Uhr] Münster/Kalkriese - 16 italienische Legionärsdarsteller marschieren in diesen Tagen von Haltern am See bis nach Kalkriese bei Osnabrück.

"Die Römer sind da!" - In den Jahren zwischen 14 und 16 verbreitete dieser Ruf in Westfalen Angst und Schrecken. Rund 48 000 römische Soldaten in acht Legionen zogen mordend und brandschatzend durch die Siedlungsgebiete germanischer Stämme in Nordwestdeutschland.

Mitglieder der Gruppe  "Legio I Italica".

Ihr Auftrag: Rache nehmen für den Untergang dreier römischer Legionen in der Varus-Schlacht. 2000 Jahre später kommen zur Eröffnung einer Sonderausstellung im Varusschlacht-Museum in Kalkriese bei Osnabrück wieder schwer bepackte Legionäre in die Region - diesmal freilich in friedlicher Absicht.

Einführung in den Legionärs-Alltag

16 italienische Legionärsdarsteller der Reenactment-Gruppe "Legio I Italica" marschieren in diesen Tagen von Haltern am See bis nach Kalkriese - von Kopf bis Fuß ausstaffiert mit Kleidung, Waffen und Schutzpanzern, wie sie römische Legionäre zur Zeit von Kaiser Augustus trugen. Zum Abschluss jeder Tagesetappe geben die Geschichtsbegeisterten an der jeweiligen Lagerstätte eine anschauliche Einführung in den harten Legionärsalltag.

Mitglieder der Gruppe  "Legio I Italica".

Im Ostbevern bei Münster begeistern sich zahlreiche Kinder an der Waffen- und Formationsvorführung der Italiener. Einige zwängen sich danach in römisches Rüstzeug, um in einen spielerischen Wettstreit mit den "Legionären" zu treten. Andere kosten mit ihren Eltern römischen Dinkelbrei und bestaunen die umfangreiche und 30 Kilogramm schwere Ausrüstung der Italiener, die auch "Gladius" (Kurzschwert) und "Pilum" (Wurfspeer) umfasst.

"Es gibt Leute, die interessieren sich für Kunst oder Fußball. Wir interessieren uns für die Geschichte", sagt Marco Zanchini, in Deutschland aufgewachsenes Mitglied der "Legio I Italica". Während er und seine Mitstreiter die sommerliche Hitze der letzten Tage laut eigenem Bekunden gut wegsteckten, haben ihnen auf den Märschen vor allem die römischen Nagelschuhe Probleme bereitet.

"Ich Germanicus. Feldherr - Priester - Superstar"

Längere Asphaltstrecken und durch das Fußbett treibende Nägel sorgten für Schmerzen bei den Hobby-Legionären. "Das ist eine ungewöhnliche Aktion, um auf unsere Ausstellung aufmerksam zu machen", sagt Joseph Rottmann, Leiter des Varusschlacht-Museums in Kalkriese.

Mitglieder der Gruppe  "Legio I Italica".

Unter dem Titel "Ich Germanicus. Feldherr - Priester - Superstar" widmet sich sein Haus ab Samstag dem Augustus-Großneffen Germanicus, den der römische Kaiser Tiberius mit einer großen Streitmacht nach Germanien entsandte, um die verheerende Niederlage des Feldherren Publius Quinctilius Varus im Jahre 9 zu rächen. Anders als die Soldaten in der Antike müssen die Neuzeit-Legionäre um Zanchini zumindest auf gewisse Annehmlichkeiten der Moderne nicht verzichten.

Anstatt eines Maulesels bringt ein Kleintransporter die Verpflegung und im bereits von Helfern aufgebauten Zelt wartet am Abend nicht der blanke Boden, sondern zumindest ein Feldbett. Am Mittwoch erreichen die Legionäre auf ihrem Marsch Niedersachsen. Bad Iburg und Belm sind die weiteren Tagesziele, in Osnabrück erhält die Gruppe einen Empfang im Rathaus. Am Freitagabend schließlich sollen die Männer zur Ausstellungseröffnung in Kalkriese ankommen. - dpa

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.