Legionellen-Alarm in Warstein

Remmel fordert Vorschriften auch für Kühlanlagen

WARSTEIN - Die Legionellen sollen von einer Kläranlage über einen Fluss in eine Kühlanlage gelangt sein. Die verteilte die Bakterien dann weiträumig in Warstein. Landesumweltminister Remmel will nun Lücken bei Vorschriften schließen.

Wegen Legionellengefahr hat der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) Vorschriften auch für Kühl- und Klimaanlagen gefordert. "Da gibt es in der Tat eine Lücke", sagte Remmel am Donnerstag im Radiosender WDR 5. In solchen Anlagen werde Wasser so fein verstäubt, dass sie Legionellen verbreiten könnten, wenn sie nicht regelmäßig gewartet würden, sagte Remmel. "Ich halte es für notwendig, hier zu Regelungen zu kommen."

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In Warstein waren mehr als 150 Menschen erkrankt, zwei Männer starben. Die Legionellen gelangten nach bisherigen Erkenntnissen aus einer Kläranlage in den Fluss Wester und von dort in die Kühlanlage eines Industriebetriebs. Die Kühlanlage verteilte die Legionellen weiträumig. Sie sind nur dann gefährlich, wenn sie beim Einatmen in die Lunge gelangen.

Remmel hat angeordnet, dass alle Kläranlagen in NRW, die der in Warstein technisch ähnlich sind, überprüft werden. Es gehe um etwa 20 Anlagen, sagte er in WDR 5. Unter die Lupe genommen werden drei Komponenten, die in Warstein für die Vermehrung der Erreger in der Kläranlage verantwortlich sein könnten - die relativ hohe Wassertemperatur, die technisch überholte Belüftung an der Oberfläche und sogenannte Tropfkörper. "Wir lassen alle Anlagen untersuchen, die auch nur ein Merkmal von diesen drei beinhalten", sagte Remmel.

Auch nachdem die Kläranlage und die Kühlanlage in Warstein als Verbreiter der Legionellen identifiziert sind, sei es für eine Entwarnung noch zu früh, sagte Remmel: "Wir kennen bisher überhaupt nicht die Zusammenhänge." - lnw

Quelle: wa.de

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