Polizei hat schlimmen Verdacht

Nach Pkw-Brand in Bergkamen: Alle 31 Verletzten wieder zu Hause 

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[Update: 11 Uhr] Bergkamen – Es begann mit einem scheinbar harmlosen Pkw-Brand an der Schlenke in Oberaden, doch kurz darauf mussten insgesamt 180 Rettungskräfte anrücken. 31 Mitarbeiter einer Baufirma wurden in Krankenhäuser gebracht. Mittlerweile sind alle Verletzten wieder entlassen worden. Die Polizei ermittelt wegen schwerer vorsätzlicher Brandstiftung!

Dass alle Personen lebend aus dem angrenzenden Gebäude gerettet werden konnten, ist beherzten Ersthelfern zu verdanken.

Ein Anwohner des Heidewegs war von einem lauten Knall geweckt worden. „Das war aber nicht nur ein Knall. Das ganze Bett hat gewackelt“, beschrieb er in der Nacht. Vom Fenster aus sah er durch die kahlen Bäume die Flammen, setzte sich ins Auto und fuhr ums Eck. Als er das brennende Auto entdeckte, alarmierte er um 0.28 Uhr die Feuerwehr. Zeitgleich eilten Mitarbeiter der angrenzenden Bäckerei mit einer Leiter herbei, um die am Fenster stehenden Bewohner des angrenzenden Hauses aus dem Qualm zu retten. „Gemeinsam haben wir die dann heruntergeholt.“

Als die Feuerwehr eintraf, brannte der Kombi in voller Ausdehnung. Der Rauch zog in das angrenzende Haus. Während der ersten Löscharbeiten sahen auch die Feuerwehrleute weitere Menschen auf dem Flachdach und an verschiedenen Fenstern stehen. Menschenrettung hatte nun Vorrang. Dass aus dem Pkw noch Flammen züngelten, kümmerte niemanden. Unterstützung rückte mit den Löschgruppen Heil, Weddinghofen und Mitte sowie dem Einsatzleitfahrzeug aus Overberge an, darüber hinaus gab es Verstärkung von Feuerwehrleuten aus Kamen und Lünen, die jedoch nur in Bereitschaft blieben.

21 Personen vom Dach und aus Fenstern gerettet

„Im Flur des Hauses haben wir dann bei der Suche nach weiteren Personen einen zweiten Brandherd gefunden“, sagte Bergkamens Feuerwehrchef und Einsatzleiter Dietmar Luft. Dabei soll es sich um brennende Autoreifen gehandelt haben. 21 Personen wurden vom Dach und aus den Fenstern gerettet, die anderen Bewohner auf anderen Wegen hinausgebracht. 

Bauarbeiter aus Rumänien und Moldawien

Nach Angaben von Bürgermeister Roland Schäfer handelt es sich bei den Opfern um Mitarbeiter einer Baufirma, die das Haus angemietet habe. Alle Bewohner, 33 rumänische und 8 moldawische Staatsangehörige, seien bei der Stadt gemeldet. Zum Zeitpunkt des Brandes hätten sich nur 31 Personen in dem Haus aufgehalten, so Schäfer, der den Einsatz der Rettungskräfte lobte.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften war vor Ort.

Aufgrund der Vielzahl an Verletzten gab es das Einsatzstichwort MANV II und in kürzester Zeit waren die Schlenke und die Erich-Ollenhauer-Straße, die zeitweise gesperrt wurden, ein einziges Blaulichtmehr. Rettungswagen, Krankentransporte und Notarztwagen aus der gesamten Umgebung rückten an, ebenso DRK und die Mitglieder des Rettungsdienstzuges des Kreises Unna.

30 Verletzte nach Pkw-Brand in Bergkamen

Polizei hat einen schlimmen Verdacht

Auf dem Gelände der Hellweg-Werkstätten wurden Zelte aufgebaut, um die leicht verletzten Bewohner des Hauses zunächst einmal vor den eisigen Temperaturen zu schützen. Nach und nach kamen sie jedoch alle in Krankenhäuser, sieben schwerstverletzt durch Rauchgasvergiftungen.

Die Kriminalpolizei Dortmund hat noch in der Nacht die Ermittlungen von der Kripo Unna übernommen. 

Die Ermittler haben einen schlimmen Verdacht: "Es muss von einer vorsätzlichen schweren Brandstiftung ausgegangen werden."

Wir berichten weiter..

Quelle: wa.de

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