Prozessauftakt vor dem Landgericht

Mann aus Soest sticht mit Messer Dutzende Male auf Ehefrau ein - erschütternde Aussagen von Gericht

Mann aus Soest zerrt Ehefrau an den Haaren und sticht Dutzende Mal auf sie ein
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Mann aus Soest zerrt Ehefrau an den Haaren und sticht Dutzende Mal auf sie ein (Symbolfoto)

Blutiges Ehedrama in Soest: Ein Mann (32) hat wie von Sinnen Dutzende Male auf seine Ehefrau eingestochen. Sie überlebte wie durch ein Wunder. Der Prozessauftakt offenbarte jetzt erschütternde Details der Tat.

  • Ein Mann (32)  aus Soest hat am 18. Juni 2019 rund 40-mal auf seine Frau eingestochen.
  • Die Frau (28) überlebte wie durch ein Wunder.
  • Vor dem Landgericht Arnsberg gibt es erschütternde Details der blutigen Tat.

Soest/Arnsberg - Es grenzt an ein Wunder, dass die 28-jährige Soesterin vor der Großen Strafkammer des Arnsberger Landgerichts aussagen konnte: Rund 40 Mal hatte ihr Mann in der gemeinsamen Wohnung am Kunibertweg auf sie eingestochen und sie dabei lebensgefährlich verletzt. Vor Gericht muss sich der 32-jährige jetzt dafür verantworten. 

Zur Tat selber wollte sich der Mann zwar nicht äußern, in seinen Angaben zur Person zeichnete er allerdings das Bild eines allgemeinen Scheiterns, für das er vor allem eine psychische Erkrankung verantwortlich machte, die sich nach dem Tode einer Tochter 2012 unmittelbar nach deren Geburt langsam entwickelt und seit 2016 immer dramatischere Symptome gezeigt habe. 

In Verbindung mit dem regelmäßigen Konsum von Kokain habe er während der Schübe „wie in einer Seifenblase gelebt“, beschrieb der Angeklagte sein Leben. Als er begann zu halluzinieren, sich verfolgt und beobachtet fühlte, und seine Frau sich zunehmend Sorgen um das Wohlergehen der gemeinsamen Familie mit mehreren Kindern machte, zog der Mann aus in eine Wohnung in der Nähe.

Messer-Attacke auf Ehefrau in Soest

Tatsächlich aber verbrachte er nach wie vor die meiste Zeit in der Wohnung am Kunibertweg – wo es schließlich am Morgen des 18. Juni zur Katastrophe kam

Details schilderte die junge Ehefrau, die inzwischen mit den Kindern bei ihrer Familie in Bremen lebt, erstaunlich gefasst – und mehrfach betonend, dass ihr Mann „ein guter Mensch“ gewesen sei, wenn er nicht gerade im Griff seiner Krankheit war. Dann erkannte er weder sie noch sich selber, fühlte sich bedroht, sah in allen Ecken der Wohnung heimliche Beobachter und ähnliches.

Angeklagter aus Soest bei der Tat wie von Sinnen

Besonders schlimm war es wohl an jenem Morgen. Da habe ihr Mann plötzlich ein Messer aus der Küche geholt und sie attackiert – ohne sie als seine Ehefrau zu erkennen. Unter anderem habe er sie völlig von Sinnen an den Haaren durch die Wohnung gezerrt, dabei weiter auf sie eingestochen und schließlich sogar zwei der Kinder schreiend gefragt, wer die Frau „wirklich“ sei, die kurz darauf zusammenbrach. 

Da hatte der Angeklagte von ihr abgelassen, das Messer weggeworfen und die Parterrewohnung über den Balkon verlassen. Draußen wurde er wenig später von der Polizei festgenommen, nachdem er zwischenzeitlich noch in eine Wohnung in der Nachbarschaft gelaufen war. Deren Mieter beschrieb den Eindringling als äußerst verwirrt, er habe immer wieder die Worte „Hilfe, Polizei, Krankenwagen“ gebrüllt. 

Ehedrama in Soest: Erschütternde Aussagen vor Gericht

In der Zwischenzeit hatte die achtjährige Tochter des Opfers bei einer Nachbarin geklingelt und um Hilfe gebeten – auch diese Frau schilderte dem Gericht sichtlich erschüttert ihre Eindrücke von der brutalen Tat. 

Das Opfer wurde durch Stiche unter anderem am Herzen, der Lunge und der Leber verletzt und erlitt in Folge dieser Verletzungen auch einen Schlaganfall. Nach einer Notoperation und einem zwölftägigen Koma erholt sie sich langsam von den medizinischen Folgen der Verletzungen – bleibende Schäden wird sie dennoch behalten, erklärte sie vor Gericht. 

Frau aus Soest: Bleibende Schäden nach Messer-Attacke

Kontakt zu ihrem Mann, der seit der Tat in Untersuchungshaft sitz, hat sie in der Zwischenzeit ebenso abgelehnt wie die Befreiung der sie behandelnden Ärzte von deren Schweigepflicht.

An den folgenden Verhandlungstagen wird es unter anderem darum gehen, die psychische Erkrankung des Angeklagten und ihre Bedeutung für die Tat selber juristisch zu bewerten.

Im Soester Süden kam es am Donnerstag (16. Januar) zu einer Messerstecherei. Die Blutspuren waren über fast 100 Meter verteilt.  Zwei Verletzte sind die traurige Bilanz der irren Tat eines Mannes, der in Soest mit dem Messer erst auf Türen und Briefkästen losging - und dann auf Menschen.

Quelle: wa.de

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