Prozess um Mädchenmord: Angeklagter bestreitet Schuld

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Bochum - Es war ein qualvoller Tod: In Bochum wurde ein kleines Mädchen vergiftet und erstickt. Jetzt steht ihr Stiefvater vor Gericht - der langjährige Hausmeister der Bochumer Polizei. Er bestreitet.

Das Mädchen wurde nur zwei Jahre alt - vor fünf Monaten starb die Kleine einen qualvollen Tod. Sie wurde vergiftet und erstickt. Seit Mittwoch steht ihr Stiefvater in Bochum vor Gericht. Der 39-jährige Ex-Hausmeister der Bochumer Polizei soll das Mädchen ermordet haben. Zum Prozessauftakt hat er die Tat jedoch bestritten. Gleichzeitig brachte er seinen 14-jährigen Sohn als Täter ins Spiel.

Es war der Morgen des 24. November 2014, als das leicht behinderte Mädchen tot auf der Wohnzimmercouch gefunden wurde. Die Obduktion brachte Gewissheit: Das Mädchen hatte große Mengen Insulin im Körper, außerdem gab es laut Anklage eindeutige Hinweise auf einen Erstickungstod.

Der Angeklagte hat vor dem Bochumer Schwurgericht zwar zugegeben, die Tochter seiner Lebensgefährtin am Abend vorher zum Schlafen auf die Couch gelegt zu haben, mehr sei jedoch nicht passiert. In einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung hieß es wörtlich: "Er hat die Tat nicht begangen." Weitere Fragen wollte der 39-Jährige nicht beantworten.

Die Richter haben daraufhin einen Brief verlesen, den der Angeklagte aus dem Gefängnis heraus an seinen Bruder geschrieben hat. Darin belastet er seinen eigenen Sohn schwer. Die Staatsanwaltschaft scheint dieser Schilderung allerdings keine besondere Bedeutung beizumessen. Neben Insulin sollen im Körper der Zweijährigen nämlich auch noch andere Medikamente nachgewiesen worden sein, die der Angeklagte genommen hat.

Laut Anklage hat der 39-Jährige die Kleine getötet, weil sie seinen Auswanderungsplänen im Weg gestanden hat. Er wollte mit der Mutter des Mädchens angeblich in die Niederlande oder nach Spanien ausreisen. Weil die Zweijährige in Bochum jedoch einen Platz in einer Frühfördereinrichtung hatte, sollen die Pläne erst einmal auf Eis gelegt worden sein. Außerdem soll der Angeklagte vorgehabt haben, seinen eigenen Tod zu inszenieren, um im Ausland unter einer neuen Identität einen Neuanfang zu starten.

Die Mutter des Mädchens hat den Prozessauftakt unter Tränen verfolgt. "Ihre Gefühle wechseln zwischen Trauer, Hass und völligem Unverständnis", sagte ihre Anwältin Anja Oberst-Halb. Freunde der Familie waren mit bedruckten T-Shirts im Gericht erschienen, auf die ein Foto der Zweijährigen gedruckt war. - dpa

Quelle: wa.de

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