Kinder misshandelt, Sohn getötet - Mann weist Schuld von sich

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KLEVE - Das Älteste ist drei Jahre alt, das Jüngste keine drei Monate. Die körperlichen Verletzungen der kleinen Kinder sind massiv. Die seelischen Wunden konnte man bei dem Prozess gegen den Vater in Kleve nur ahnen.

Vier schutzlosen kleinen Kinder wird massive Gewalt angetan: Einem Säugling wird der Oberschenkel gebrochen, zwei kleine Kinder haben dick geschwollene blaue Flecken, ein Säugling erleidet eine Gehirnverletzung - sein Zwillingsbruder stirbt. Der 30-jährige Vater hat am Mittwoch vor dem Landgericht Kleve alle Schuld von sich gewiesen, die vier kleinen Kinder misshandelt zu haben. Den Oberschenkel seiner Tochter habe er versehentlich beim Wickeln gebrochen. Es habe zwar geknackt, er habe sich aber nichts dabei gedacht.

Seinen kleinen Sohn, einen zweieinhalb Monate alten Säugling habe er retten wollen, nachdem er nicht mehr atmete. Er habe ihn geschüttelt, unter Wasser gehalten, noch mal geschüttelt. Als er keinen Puls mehr wahrnahm, habe er den Notarzt gerufen. Wie die Gehirnverletzung des Zwillingsbruders zustande kam, könne er sich auch nicht erklären, sagte der Vater. Vielleicht habe er den Jungen zu heftig aus dem Bettchen genommen, als der sich verschluckt habe. Der Junge überlebte nach langer Behandlung im Krankenhaus.

Der später gestorbene Säugling habe einen stabilen Kreislauf gehabt, sagte Rechtsmediziner Lars Althaus. Er habe keine medizinische Erklärung dafür, warum der Junge angeblich nicht mehr geatmet haben soll. Der kleine Junge sei sehr heftig geschüttelt worden, auch der überlebende Zwillingsbruder sei geschüttelt worden. Er sei dabei wohl sehr hart angepackt worden. Der Rechtsmediziner fand Blutergüsse an dem kleinen Körper, aber keine Spuren von älteren Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem Körperverletzung mit Todesfolge, Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährliche Körperverletzung in vier Fällen vor.

Der Angeklagte trat mit ordentlichem Haarschnitt auf, er sprach Hochdeutsch und war um das Bild eines guten fürsorglichen Vaters bemüht: Er fütterte die Kinder, er nahm sie hoch, damit sie ein Bäuerchen machten, er legte sie schlafen. Aber hinter dieser Fassade tauchten in seinen Antworten Anzeichen der Hoffnungslosigkeit auf: Beide arbeitslos, beide nahmen Drogen - Speed, Amphetamine, Ectasy. Kein Geld. Die Prügel des Angeklagten als Kind vom Stiefvater, die Therapie mit 16 wegen seiner Wutexzesse.

Die Lieblosigkeit im Umgang mit den Kindern konnte er nicht überspielen: Mit dem Oberschenkelbruch seiner Tochter ging er erst mal nicht zum Arzt, auch nicht mit dem dicken blauen Auge des Jungen, den er angeblich auf die Bettkante gestoßen hatte. Und was habe er sich bei dicken Blutergüssen seiner kleinen Tochter gedacht, fragte der Richter. "Ich habe gedacht sie hat auf den Bauklötzen geschlafen", sagte der Angeklagte.

Das Urteil ist für den 29. Januar angesetzt. - dpa

Quelle: wa.de

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