Urteil möglich

Prozess um eskalierte Polizeikontrolle geht weiter

Herford - Für den Angeklagten geht es um seine Karriere: In Herford steht ein Polizist wegen Gewalt in einer Verkehrskontrolle vor Gericht. Weil er danach den Autofahrer mit mutmaßlich falschen Angaben vor Gericht brachte, droht jetzt ein Jahr Freiheitsstrafe und mehr.

Der Prozess um eine aus dem Ruder gelaufene Verkehrskontrolle im ostwestfälischen Herford nähert sich dem Ende. Nach weiteren Zeugenaussagen könnten bereits am Freitagnachmittag vor dem Amtsgericht Herford die Schlussworte der beteiligten Anwälte sowie später ein Urteil fallen. Angeklagt ist ein 40 Jahre alter Polizeibeamter. Er soll einen gleichaltrigen Autofahrer grundlos geschlagen und ihm nach einer Rangelei mit Pfefferspray nachgesetzt haben. Der Polizist verteidigt sein Verhalten als angemessen. Er habe in einer bedrohlichen Situation die Kontrolle behalten wollen.

Nach der Kontrolle hatte der Polizist den Mann mutmaßlich zu Unrecht der Gewalttätigkeit bezichtigt, und er verlangte Schmerzensgeld. Erst in dem dadurch ausgelösten Strafprozess gegen den Autofahrer 2015 war ein Video aus der Streifenwagenkamera gesichtet worden, das schließlich zum Freispruch des Autofahrers führte. Angeklagt wurde dagegen der Polizeibeamte. Er muss sich wegen Verfolgung Unschuldiger im Amt verantworten - eine Straftat, die mit mindestens einem Jahr Haft geahndet wird. - dpa

Quelle: wa.de

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