Polizei NRW kämpft weiter mit Sicherheitslücke in ihrem Internet-Auftritt

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Innenminister Jäger demonstrierte vor einem Jahr das Polizei-App. Momentan ist der Online-Auftritt der Polizei nicht erreichbar.

DUISBURG - Die gute Nachricht: Es war ein „freundlicher“ Hacker. Doch die schlechte Nachricht gibt es auch: Die Polizei in ganz NRW wird noch einige weitere Wochen nicht via Internet zu erreichen sein. Von Detlef Burrichter

Bis die Online-Wache wieder in allen Funktionen voll zur Verfügung steht, könnte es im schlimmsten Fall sogar 2013 werden. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, ein neues Sicherheitskonzept aufzustellen“, sagte Astrid Fettweiß vom Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD).

Mitte März soll immerhin eine „abgespeckte Version“ zur Verfügung stehen. Dieses Provisorium soll zunächst nur Texte mit Informationen für Bürger beinhalten.

Auch von dem „freundlichen“ Hacker – in der Fachsprache „Whitehead“ genannt – fehlt der Polizei weiterhin jede Spur. Im Januar war es diesem gelungen, ins Presseportal der Polizei einzudringen. Er hätte dort im Namen der Polizei Mitteilungen veröffentlichen können. Doch stattdessen zog er es vor, die Landesbehörde per Mailschreiben über ihre nicht unerhebliche Sicherheitslücke im System zu unterrichten. Die sofort eingeleitete Überprüfung durch eine IT-Sicherheitsfirma brachte nicht nur eine schnelle Bestätigung, sondern deckte weitere Mängel auf. Vorsichtshalber wurde daraufhin der gesamte Auftritt abgeschaltet. Ein herber Rückschlag, denn das noch relativ neue Angebot, per online sogar Anzeigen erstatten zu können, fand regen Zuspruch.

Die interaktive Polizeiwache nutzten die Bürger seit der Eröffnung im März 2011 bereits 56 000 Mal. Außerdem bekam die Polizei über dieses neue Medium rund 4500 Hinweise zu laufenden Ermittlungen.

Etwas Tröstliches hat die Sicherheitspanne immerhin doch auch: Beim LZPD ist man sich inzwischen ganz sicher, dass es keinen Zugriff auf das speziell gesicherte Sondernetz der Polizei gegeben hat, das die Beamten für ihre Ermittlungen benutzen und in dem sie Anzeigen bearbeiten. „Das können wir mit Bestimmtheit ausschließen“, sagte Astrid Fettweiß.

Quelle: wa.de

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