Vorschlag der Polizei-Gewerkschaft

Was sagen Sie: Soll Gaffern das Handy weggenommen werden?

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Gaffer. Immer wieder Gaffer. Sie stören die Arbeit der Rettungskräfte und gefährden den Verkehr. Das will sich die Polizei nicht länger bieten lassen. So will sie Schaulustige abhalten.

Düsseldorf/Soest - Nachdem an Pfingsten Gaffer wieder Rettungskräfte behindert haben, schlägt die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) in NRW vor, ihnen die Smartphones weg zu nehmen.

"Die Sicherstellung ihrer Handys würde einen nachhaltigen Eindruck auf die Täter und potentielle Nachahmer machen", sagte der Landesvorsitzende Erich Rettinghaus im Interview mit der Rheinischen Post. Der zweite Verband, die Gewerkschaft der Polizei (GdP), macht sich für Kameras an den Einsatzfahrzeugen stark, die am Einsatzort die Gaffer automatisch filmen.

"Wir müssen sie mit ihren eigenen Mitteln schlagen", sagte GdP-Landeschef Michael Mertens. Die technischen Voraussetzungen dafür seien gegeben. "Nur die Politik muss es auch wollen", so Mertens.

Immer wieder sind Gaffer an Unfallstellen ein großes Ärgernis für  Polizisten und Rettungskräfte. An Pfingsten etwa fuhren bei einem schweren Alleinunfall auf der A44 in Höhe des Rastplatzes Soester Börde Autofahrer auf der Gegenfahrbahn eigens auf den gegenüberliegenden Parkplatz, um zu schauen.

Am Pfingstmontag war eine Frau in Mönchengladbach gegen einen Ampelmast gefahren und gestorben. Die Feuerwehr musste  einen Sichtschutz errichten. Gaffer hätten die Maßnahmen der Rettungskräfte behindert, hieß es. Die Schaulustigen hätten laut Feuerwehr "menschenunwürdig" gegafft.

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Wie sehr Gaffer an den Nerven der ohnehin strapazierten Einsatzkräfte zerren, zeigte ein Vorfall auf der A5 bei Nürnberg. Ein Polizist ließ einen der Schaulustigen aus dem Wagen steigen, ging mit ihm zur Unfallstelle, dann platzte ihm der Kragen.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) äußert sich so: "Gaffer sollten sich schämen. Und sich selbst einmal fragen, ob sie in einer solchen Notsituation angestarrt und gefilmt werden wollten." Er frage sich "manchmal, ob einige Menschen durch zu viel gucken von Filmchen im Netz nicht den Bezug zur Realität verloren haben." -eB/dpa

Quelle: wa.de

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