Verkehrskontrolle in Vellern: 13 Lkw stillgelegt

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13 Stillegungen bei der Kontrolle auf dem Parkplatz Vellern waren das Ergebnis der fünfstündigen Aktion.

BECKUM - "Die Zahl an Ordnungswidrigkeiten war diesmal recht hoch. 13 Stilllegungen innerhalb von fünf Stunden sind nicht wenig", sagte Polizeipressesprecher Gunnar Wortmann von der Dortmunder Polizei. 60 Polizisten hatten am Dienstag eine Lkw-Verkehrskontrolle durchgeführt.

Von Benny Finger

Der Lkw-Fahrer einer polnischen Spedition hat ein großes Problem: Er telefoniert hektisch, da er technische Unterstützung eines Mechanikers braucht. Polizisten der Autobahnpolizei Kamen hatten soeben an seinem Sattelschlepper festgestellt, dass zwei Bremsscheiben deutliche Risse hatten.

Risse an der Bremsanlage

"Mit solchen Mängeln müssen wir die Weiterfahrt untersagen. Das Sicherheitsrisiko, dass zum Beispiel die Bremsanlage ausfällt oder sich der Lkw beim Bremsen quer stellt, ist enorm", sagte Polizeikommissar Maik Küchler, der die Risse an der Bremsanlage des  polnischen Lkw entdeckt hatte.

Insgesamt 60 Polizisten aus Dortmund und von der Autobahnpolizei Kamen waren - mit insgesamt 18 Einsatzfahrzeugen - auf und um den Parkplatz Vellern nahe Beckum zu einer großen Verkehrskontrolle des Schwerlastverkehrs im Einsatz. Zudem war das Landes-Eichamt sowie Vertreter des Veterinäramtes zusätzlich vor Ort.

Die Planungen für den Einsatz am Dienstagvormittag hatten bereits im vergangenen Jahr begonnen. Die konkreten Vorbereitungen - inklusive der logistischen - starteten vor rund vier Wochen. 

Der geschulte Blick ist entscheidend

"Die wichtigste Basis für die Verkehrskontrolle sind die Beamten, die auf der Autobahn die Lkw sichten und aus dem Einsatzwagen heraus beurteilen. Der geschulte Blick für den Zustand der Sattelschlepper ist entscheidend", erklärte der Pressesprecher der Polizei Dortmund, Gunnar Wortmann, vor Ort.

Die Beamten würden oft auf den ersten Blick erkennen können, welche Lastwagen eklatante Mängel aufwiesen. Kriterien hierfür seien neben offensichtlichen Verstößen auch das Baujahr der Lastwagen und deren technischer Zustand. 

Bei eklatanten Mängeln schritten Maik Küchler und seine Kollegen direkt ein.

Dazu gehört nicht nur das Auslesen der Fehlerspeichers der Sattelschlepper, sondern auch die Überwachung der korrekten Ruhepausen anhand des digitalen Fahrtenschreibers. Hierfür haben die Beamten ein spezielles Gerät, das auch Manipulationen des Fahrtenschreibers erkennt. Dies gehöre immer noch zu den häufigsten Delikten, die die Beamten aufdecken würden.

Simple Metholden der Scheiben-Manipulation

"Der Zeitdruck für viele Brummifahrer ist enorm. Oftmals wird mit simplen Mitteln, wie einem Magneten, versucht den Schreiben zu manipulieren", erklärt Einsatzleiter Manfred Blunk von der Autobahnpolizei Kamen.

Er rate davon jedoch dringend ab, da auch andere technische, wichtige Hilfsmittel wie das ABS oder der Bremskraftverstärker schnell ausfallen könnten und so ein zusätzliches Risiko bürgen würden. "Was dann passiert, wenn ein Lkw ohne funktionierende Bremse auf ein Stauende auffährt, will man sich gar nicht vorstellen", so der Hauptkommissar.

Fotostrecke zur Großkontrolle am Parkplatz Vellern

Lkw-Verkehrskontrolle auf dem Parkplatz Vellern

"Regelmäßge Kontrolle sind wichtig. Ich habe große Lastwagen-Kontrolle vor 15 Jahre schon begleitet, da war das Problem mit dem Fernverkehr aus Osteuropa deutlich dramatischer", sagte Manfred Blunk. Damals sei quasi jeder zweite Lkw mit eklatanten Mängeln unterwegs gewesen, die zum Teil sehr kurios gewesen seien. So seien damals manche Lastwagen sogar mit Holzbremsklötzen unterwegs gewesen.

Präsenz auf Transitstrecke zeigen

"Immerhin wurde darauf geachtet, dass sie aus Eichenholz geschnitzt wurden", scherzt Blunk, während ein weiterer Lastwagen mit Bagger auf der Ladefläche zur Wiegestation rollt. Die technischen Probleme, die viele dieser "Ost-Schlepper" damals vorzuweisen hatten, seien aber heute deutlich zurückgegangen, was Blunk auch in seiner Arbeit bestärkt.

"Wichtig ist die Nachhaltigkeit der Kontrollen. Gerade auf der wichtigen Transitstrecke der A2 ist es wichtig, dass wir Präsenz zeigen", sagt Blunk.

Auch das zulässig Nutz- und Gesamtgewicht der Lkw überprüfen die Beamten. Es käme häufiger vor, dass die Fahrer beim Beladen nicht nachhalten könnten, wieviel Gewicht sie transportieren, vermuten die Beamten. Der "Tagessieger" hatte diesmal 47 Tonnen Gesamtgewicht, statt der erlaubten 40. Auch dieser wurde vorerst aus dem Verkehr gezogen, so dass der Fahrer gezwungen war, die überschüssige Ladung auf ein hinzugerufenes zweites Fahrzeug umzuladen, bevor er weiterfahren konnte.

Im Rahmen der Verkehrskontrolle wurden die Lkw auch auf einer mobilen Waage gewogen.

"Generell sind wir bis zu zehn Prozent bei solchen Delikten tolerant. Jedoch muss man auch festhalten, dass sich die Gefahr mit dem zunehmenden Gesamtgewicht stark erhöht. Sieben Tonnen Mehrgewicht sind defintiv nicht mehr tolerierbar", so Manfred Blunk.

13 von 69 Lkw stillgelegt

Es sollte nicht der einzige Lastwagen bleiben, der vorerst nicht weiter fahren durfte. Die Bilanz, die der Dortmunder Polizei-Pressesprecher Gunnar Wortmann über den fünfstündigen Einsatz zog, war bedenklich: "Insgesamt wurden 13 der 69 kontrollierten Lastwagen stillgelegt. Das ist schon eine recht hohe Anzahl", so Wortmann am Dienstagabend im Gespräch mit unserer Redaktion. 

Des Weiteren schrieben die Polizeibeamten im Rahmen der Verkehrskontrolle 40 Ordnungswidrigkeiten und sprachen sechs Verwarngelder aus. Einsatzleiter Manfred Blunk hofft, dass die Zahl bei der nächsten Kontrolle wieder rückläufig ist, freut sich aber auch, dass einige potentielle Gefahrquellen aus dem Verkehr gezogen wurden. "Es dient der Sicherheit auf NRWs Straßen", so Blunk.

Quelle: wa.de

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