Braunkohletagebau: Immerather Kirche wird abgerissen

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Erkelenz - Ein Wahrzeichen verschwindet: Mit dem Abriss der früheren Kirche in Immerath geht für den Ort im Braunkohlegebiet eine Ära zu Ende. Das ehemalige Gotteshaus muss dem Tagebau Garzweiler weichen.

Am Montag rücken die Bagger an, um das Gebäude im inzwischen umgesiedelten Erkelenzer Ortsteil abzutragen. Die Arbeiten würden etwa zwei Wochen dauern, sagte ein Sprecher des Energieunternehmens RWE Power.

Der Abriss ist schon lange beschlossen. Bereits im Oktober 2013 wurde die katholische St. Lambertus-Kirche entwidmet. Mit einem bewegenden Gottesdienst nahmen die Menschen damals Abschied von ihrer Kirche, die im Volksmund liebevoll "Immerather Dom" heißt. Das Inventar - zum Beispiel Altar, Heiligenfiguren und Bänke - wurde verkauft oder weiterverwendet.

Die neuromanische Basilika wurde von 1888 bis 1891 nach den Plänen des Kölner Baumeisters Erasmus Schüller errichtet. Bauern hatten den Bau mit großzügigen Spenden ermöglicht. Die Immerather packten mit an und trieben die Errichtung der Kirche mit Querhaus, Zwillingstürmen und mächtigem Portal voran.

Im April 2014 wurde das Gebäude an RWE Power übergeben. Im vergangenen Sommer ließ das Unternehmen die Kreuze von den Turmspitzen abmontieren. Vor wenigen Tagen bauten Mitarbeiter der Forschungsstelle Glasmalerei aus Mönchengladbach einen Teil der historischen Kirchenfenster aus.

Der Ortsteil wurde wegen des Braunkohletagebaus in den vergangenen Jahren komplett umgesiedelt. Im etwa acht Kilometer entfernten Immerath (neu) gibt es als Ersatzbau für den "Immerather Dom" die St. Lambertus-Kapelle.

Bei Umweltverbänden und Klimaschützern stoßen der Braunkohletagebau und die damit verbundenen Umsiedlungen auf viel Kritik. "Für einen heute zur Energieversorgung überflüssigen Energieträger wird unsere Heimat verheizt", sagte Dirk Jansen, NRW-Geschäftsleiter des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Zerstörung ganzer Siedlungen sei verfassungswidrig, meinte Jansen.

Quelle: wa.de

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