Plantage im Keller: Honorarprofessor soll im großen Stil gedealt haben

DORTMUND - Ein Zufallsfund in einer Villa in Kamen hat dem Dortmunder Landgericht einen der größten Drogenprozesse der jüngeren Vergangenheit beschert. Im Oktober 2011 waren Zollfahnder im Keller des Hauses auf eine Cannabis-Plantage und außerdem auf offenbar akribisch geführte Auftragsbücher gestoßen.

Seit Freitag muss sich der 50-jährige Hausbesitzer, ein Honorarprofessor, wegen illegaler Geschäfte mit mehr als 360 Kilo Marihuana verantworten. Sein Verteidiger erklärte zu Prozessbeginn, der Angeklagte bestreite die Vorwürfe.

Die Zollfahnder sollten eigentlich nur Hinweisen auf Geldwäsche nachgehen. Sie waren alarmiert worden, weil der 50-Jährige bei einem Immobiliengeschäft sehr viel Bargeld eingesetzt hatte. Nach der Entdeckung der Plantage in Kamen hob die Polizei Ende 2011 weitere Cannabis-Aufzuchten in Dortmund, Arnsberg und sogar in Polen aus.

Laut Anklage war der 50-Jährige, der als Musikverleger und Akkordeonlehrer arbeitet, als Bandenchef für die Verwaltung und die Buchführung zuständig.

Vier Mitglieder der Gruppe sind bereits in früheren Prozessen zu Haftstrafen von bis zu sechs Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Sie hatten vor Gericht Geständnisse abgelegt und dabei den Honorarprofessor als Chef bezeichnet. Im aktuellen Verfahren sollen sie alle als Zeugen aussagen. - lnw 

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare