Aktionen beginnen Dienstag

Warnstreiks an Schulen in der Region am Donnerstag

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[UPDATE 15.20 UHR] NRW - Nach den vorerst ergebnislosen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder gibt es in der kommenden Woche auch Warnstreiks der Lehrer an den Schulen in NRW. Wann und wo gestreikt wird, ist inzwischen auch klar, teilte Verdi am Freitag mit.

Es sei geplant, zunächst am Dienstag (3. März) an Schulen im Regierungsbezirk Düsseldorf die Arbeit niederzulegen. Schwerpunkte seien dort Duisburg und die Landeshauptstadt sowie Essen und Wuppertal. Am Tag darauf darauf sollen auch Lehrer in den Bezirken Detmold und Köln in den Warnstreik treten, dann seien die Standorte in Bielefeld und Minden, Herford, Aachen, Bonn und Köln dran.

Am Donnerstag endet die Runde laut GEW in den Bezirken Münster und Arnsberg. Streikende versammeln sich dann in Münster, Gelsenkirchen, Dorsten, Bochum, Dortmund, Siegen und Unna, wie es hieß.

Die GEW erwartet eine hohe Streikbeteiligung, schränkt aber ein: "Ich glaube nicht, dass irgendeine Schule völlig bestreikt wird", sagte GEW-Sprecher Berthold Paschert. Betroffen wären weniger die Grundschulen als vielmehr Gymnasien und Berufskollegien.

"Statt endlich ihre Blockadepolitik bei der Entgeltordnung für die Lehrkräfte aufzugeben, verlangen die Arbeitgeber immer wieder neue finanzielle Zugeständnisse von uns", sagte Dorothea Schäfer, die GEW-Vorsitzende in NRW, die auch der Verhandlungskommission der Gewerkschaften angehört. "Deshalb müssen wir den Druck erhöhen und setzen mit unserer ersten Warnstreikwelle ein deutliches Zeichen."

Die Gewerkschaften kämpfen seit Jahren für einen Tarifvertrag für die bundesweit 200.000 angestellten Lehrer - darunter fast 40.000 in NRW. Bislang werden sie nach Richtlinien der Länder bezahlt. Die GEW will die Bezahlung der angestellten Lehrer durch eine entsprechende Eingruppierung um - je nach Erfahrungsstufe - monatlich 100 bis 400 Euro brutto anheben.

Was unterscheidet angestellte Lehrer von Beamten?

Zumindest aus Sicht der Pädagogen herrscht in den nordrhein-westfälischen Lehrerzimmern eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Das macht sich bei Lohn und Gehalt ebenso bemerkbar wie bei der Versicherung und der Altersabsicherung. Laut Schulministerium ist in NRW etwas mehr als ein Fünftel der Lehrerinnen und Lehrer nach Tarif beschäftigt, insgesamt sind das knapp 33.000 der 177.000 nordrhein-westfälischen Lehrer.

Andere genießen dagegen den Beamtenstatus und einige Privilegien gegenüber ihren angestellten Kollegen, obwohl sie an derselben Schule arbeiten, den gleichen Arbeitsaufwand und die gleiche Qualifikation haben. So sind Beamte unkündbar, sie werden zum Beispiel im Krankheitsfall länger weiter bezahlt und sind privat krankenversichert. Die Entscheidung über den Beamtenstatus liegt in der Hand der Bundesländer.

Früher war die Einstellung an einer Schule gleichbedeutend mit einer Verbeamtung. Zunehmend suchen Bundesländer allerdings Alternativen. Berlin hat zum Beispiel 2003 beschlossen, künftige Lehrer nicht mehr zu verbeamten, auch Sachsen geht diesen Weg, um zu sparen. Ohne Beamtenstatus sind zudem viele Lehrer, die in den 1980er Jahren zunächst nicht eingestellt wurden, sowie Lehrer, die zunächst an Privatschulen gearbeitet haben, Seiteneinsteiger oder Lehrkräfte, die nur befristet beschäftigt sind. - dpa

Quelle: wa.de

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