Pkw-Brände: Zwei Verdächtige in Münster verhaftet

Symbolbild

MÜNSTER/DÜSSELDORF - Die Serie der Brandanschläge auf Autos reißt nicht ab. Zwar sind in Münster jetzt zwei Tatverdächtige festgenommen worden, denen vorgeworfen wird, mehrere Feuer an Pkw gelegt zu haben, aber die Staatsanwaltschaft Münster geht nicht davon aus, dass die Delikte damit abreißen.

Von Robert Vornholt

Landesweit wurden von 2011 bis Mitte dieses Jahres 1550 Brandstiftungen an Pkw verübt. „Es gibt keine Erkenntnisse, dass die Tatverdächtigen anderenorts tätig waren“, berichtet der Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster, Heribert Beck.

Zwar verweigerten die beiden Männer, die sich in Untersuchungshaft befinden, weiter die Aussage, aber das Duo war schon länger beobachtet worden. Es handelt sich nach Auskunft Becks um zwei vorbestrafte Personen: Ein 31-Jähriger ist Mitarbeiter des städtischen Grünflächenamtes, der 28-Jährige ist arbeitslos.

Aufgrund von Zeugenaussagen und Recherchen der Polizei wurden die Tatverdächtigen festgenommen. Während sie hinter Schloss und Riegel waren, brannte in Münster allerdings am Wochenende das 57. Auto in Serie.

In der Stellungnahme von Innenminister Ralf Jäger (SPD) wird deutlich, welche Schwierigkeiten Fahnder bei der Aufklärung der Verbrechen haben: Die Taten werden demnach regelmäßig außerordentlich schnell, mit einfachsten Mitteln sowie zu Zeiten und an Orten verübt, für die es kaum Zeugen gibt. Durch die Brandschäden seien die Sicherung von Täterspuren und Hinweisen „außerordentlich aufwändig und schwierig“.

Und was unternimmt die Polizei, um Brandstiftungen an Autos zu vermeiden? Vorbeugende Strategien mit „brennpunkt- und täterorientierten Aufklärungs- und Observationsmaßnahmen“ werden laut Jäger mit Unterstützung der Hundertschaften der Bereitschaftspolizei umgesetzt. Zentrale Ermittlungskommissionen sowie die Hilfe des Landeskriminalamtes bei der „konsequenten Analyse der Entwicklung solcher Taten“ sollen Verbesserungen bringen.

Die Entwicklung der Fallzahlen im Gebiet des Regionalverbandes Ruhr (RVR) sei „überwiegend günstiger als in den übrigen Polizeibezirken“, schlussfolgert der Innenminister. 334 Pkw wurden in den 30 Monaten bis Mitte 2013 in Brand gesetzt. Die Aufklärungsquote liegt insgesamt bei unter einem Viertel der Fälle. 

Pkw-Brände in Zahlen:

1550 Pkw wurden in den 30 Monaten bis Mitte 2013 landesweit in Brand gesetzt. Das geht aus einer Antwort von Innenminister Ralf Jäger (SPD) auf eine Kleine Anfrage des FDP-Abgeordneten Ralf Witzel hervor.

Spitzenreiter in dieser Statistik ist Köln mit 132 Fällen, gefolgt von Bochum (88 Brandstiftungen) und Bonn (87). Von 2011 bis Mitte dieses Jahres gab es in diesen Kreispolizeibehörden folgende Fälle: Hamm 19 Brandstiftungen, Märkischer Kreis 26, Soest 13, Unna 30 und Warendorf 14.

Quelle: wa.de

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