PFT-Prozess beginnt im Januar 2012

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Ein Maisfeld bei Brilon. Auch hier wurde mit PFT belasteter Dünger ausgebracht. Spuren des Giftes fanden sich später in der Möhne.

PADERBORN - Der PFT-Umweltskandal kommt Anfang kommenden Jahres vor Gericht. Am 12. Januar 2012 beginnt der Prozess gegen die sieben mutmaßlichen Hauptverantwortlichen, wie das Landgericht in Paderborn gestern mitteilte.

Der Skandal war vor mehr als fünf Jahren aufgedeckt worden. Mehrere hundert Kilo der als krebsfördernd geltenden Chemikalie PFT (perfluorierte Tenside) waren als vermeintliches Düngemittel auf Äckern entsorgt worden. Die Folge waren verseuchte Flüsse und vergiftetes Trinkwasser.

Hauptbeschuldigter ist ein 42 Jahre alter Unternehmer aus dem sauerländischen Brilon. Er soll mit seiner Firma GW Umwelt aus Borchen (Kreis Paderborn) die gefährlichen Abfälle ohne Genehmigung aus Belgien eingeführt haben. Die mit der Industriechemikalie PFT versetzten Klärschlämme sollen als Düngemittel deklariert auf Felder größtenteils in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen aufgebracht worden sein.

Neben dem Inhaber der mittlerweile insolventen Firma sitzt auch einer seiner Angestellten auf der Anklagebank. Außerdem hat die zuständige Staatsanwaltschaft in Bielefeld einen Niederländer und zwei Männer und eine Frau aus den Niederlanden angeklagt. Sie sollen die Giftstoffe geliefert haben. Um sich vor Schadensersatz-Forderungen zu schützen, soll der Hauptangeklagte zudem Vermögen beiseitegeschafft haben. Ein Anwalt, der dabei geholfen haben soll, muss sich ebenfalls vor Gericht verantworten.

In der Anklageschrift sind 43 Zeugen sowie 18 Sachverständige aufgelistet, die zur Klärung des Falles beitragen sollen. Der PFT-Skandal hat Schäden in zweistelliger Millionenhöhe verursacht. - dpa

Quelle: wa.de

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