Millionenschaden: Pflegedienste rechnen nicht erbrachte Leistungen ab

KÖLN - Verantwortliche von zwei ambulanten Pflegediensten in Köln sollen Sozialkassen um Millionen betrogen haben. Dazu sollen sie in großem Stil nicht erbrachte Pflegeleistungen abgerechnet haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Köln am Dienstag mit.

Am Morgen durchsuchten Fahnder sieben Wohnungen und Geschäftsräume eines Pflegedienstes in Köln, Bochum und Berlin. Sie stellten umfangreiches Datenmaterial und Unterlagen sicher.

Die Leiterin, eine Führungskraft und eine Angestellte der Kölner Niederlassung stehen im Verdacht, seit Jahren systematisch und in großem Stil Pflegepläne und Nachweise über Leistungen an Patienten gefälscht zu haben. Sie sollen Angestellte dazu gebracht haben, erfundene Arbeitsnachweise und Tourenpläne zu quittieren. Die gefälschten Belege rechneten sie dann bei Kranken- und Pflegekassen ab. Dadurch sei ein Schaden im mindestens sechsstelligen Eurobereich entstanden.

Die Kölner Niederlassung des Pflegedienstes mit Sitz in Berlin betreut nach Angaben der Staatsanwaltschaft rund 100 Patienten. Die Ermittlungen laufen seit vergangenem Oktober. Sie kamen ins Rollen, weil Angestellte Anzeige erstatteten.

Im Zuge der Ermittlungen gegen einen zweiten Pflegedienst hatten die Fahnder bereits im Oktober 2011 dessen Büros durchsucht. Das Vorgehen der beschuldigten Leiterin sei ähnlich gewesen, berichtete die Staatsanwaltschaft am Dienstag erstmals. Allerdings seien hier überdies auch einige Patienten verdächtig, Nachweise über nicht erbrachte Leistungen wissentlich gegengezeichnet zu haben. Allein für den Abrechnungszeitraum 2010/2011 sei so verschiedenen Krankenkassen ein Millionenschaden entstanden. Die Betreiberin des Pflegedienstes habe inzwischen Insolvenz angemeldet. - lnw

Quelle: wa.de

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