Verein startet Petition

Krankenkassen sollen Cannabis als Medizin bezahlen

RÜTHEN - Mit einer Online-Petition setzen sich Mediziner und chronisch Kranke für die Kostenübernahme einer Behandlung mit Medikamenten auf Cannabisbasis ein.

Die am Mittwoch freigeschaltete Petition fordert außerdem, dass der Bundestag sicherstellt, dass Patienten aufgrund einer notwendigen und ärztliche bescheinigten medizinischen Verwendung von Cannabis-Produkten nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden sollen. Die vom Verein "Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin" mit Sitz in Rüthen initiierte Petition wird nach Auskunft von Vereinsvorstand Franjo Grotenhermen unter anderem vom ehemaligen Präsidenten der Berliner Ärztekammer, Ellis Huber, unterstützt.

Die Petition kann 28 Tage lang gezeichnet werden. Sollten 50 000 Unterstützer zusammenkommen, muss sie vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages öffentlich beraten werden.

Vor drei Wochen hatte das Verwaltungsgericht in Köln drei chronischen Schmerzpatienten erlaubt, als "Notlösung" in ihren Wohnungen Cannabis anzubauen, da Cannabis-Medikamente wegen fehlender Kostenübernahme für sie unerschwinglich seien. Grotenhermen sagte, dass es in Deutschland nur etwa 4000 Patienten gebe, die Zugang zu Cannabis-Medikamenten aus der Apotheke hätten. "Wir schätzen, dass mehrere Hunderttausend Menschen in Deutschland von einer Behandlung mit Cannabis als Medikament profitieren würden." Die aktuelle Regelung führe zu einer Zweiklassenmedizin und treibe chronisch Kranke in die Illegalität, um sich mit Cannabis-Produkten selbst zu therapieren.

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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